Evangelisches Krankenhaus Dinslaken

Medizinisches Leistungsspektrum

 

Wir behandeln u.a. die folgenden angeborenen und erworbenen Herzrhythmusstörungen:
•AV-Knoten Reentry Tachykardien (AVNRT)
•Angeborene zusätzliche Reizleitungsbahnen (WPW-Syndrom)
•Atriale Tachykardien im rechten und linken Vorhof (AT)
•Vorhofflattern, alle Formen
•Vorhofflimmern
•Ventrikuläre Tachykardien (VT)
•Kammerflattern und -flimmern

Die Elektrophysiologische Untersuchung (EPU)

Wenn bei Ihnen schon Symptome von Herzrhythmusstörungen oder anormale Herzschläge aufgetreten sind, möchte der Arzt die elektrischen Funktionen Ihres Herzens genauer untersuchen.
Die EPU hilft dem Arzt präzise und verlässlich bei
•der Bewertung der Auswirkungen der Rhythmusstörung auf Ihre Gesundheit und Leistungsfähigkeit
•der Beurteilung der Gefährlichkeit der Rhythmusstörung bezüglich eines plötzlichen Herztodes oder Vorstufen
•der Wahl der am besten geeigneten Behandlungsmethode

Vorbereitung zur EPU

Vor der Untersuchung werden bei Ihnen Blut- und Herzuntersuchungen (z.B. Ultraschall, EKG und Röntgen) durchgeführt. Es kann sein, dass die Herzmedikamente, die Sie normalerweise nehmen, zwei bis drei Tage vor der EPU abgesetzt werden müssen. Unterbrechen Sie die Einnahme Ihrer Medikamente jedoch nicht ohne Rücksprache mit Ihrem  Arzt.

Wenn Sie irgendwelche Symptome feststellen, wie sie bei Ihnen schon aufgetreten sind – Herzklopfen, Schwindelgefühle, Kurzatmigkeit oder Schmerzen – benachrichtigen Sie sofort das Stationspersonal.

Ungefähr sechs Stunden vor der Untersuchung dürfen Sie keine Nahrungsmittel oder Flüssigkeit zu sich nehmen. Sie dürfen jedoch Medikamente mit kleinen Mengen Wasser einnehmen, wenn der Arzt Ihnen dies verordnet. Es ist wichtig, dass Sie den Anordnungen Ihres Arztes genau folgen.

Was geschieht während der EPU?

Um genau zu messen, wie die elektrischen Impulse während eines Herzschlages durch Ihr Herz fließen, muss der Elektrophysiologe vorübergehend durch eine Vene in der Leiste (selten auch am Hals oder am Arm) mehre Schrittmacherelektroden (dünner Katheter mit kleinen Elektroden an der Katheterspitze) in Ihr Herz vorschieben.

Meist wird auch eine Infusion gelegt. Sie wird verwendet, um Sie mit den Medikamenten zu versorgen, die während der Untersuchung erforderlich sein können.

Bevor die Untersuchung beginnt, wird der Arzt ein lokales Betäubungsmittel an der Stelle injizieren, wo die Schrittmacherelektroden über sog. Schleusen (kleine elastische Plastikröhrchen) eingeführt werden. Die Katheter sind klein und biegsam; deshalb können sie ihre Venen nicht blockieren und sind praktisch nicht zu spüren. Man kann gelegentlich ein leichtes Drücken und Herzstolpern verspüren, was jedoch vollkommen normal ist.

Um die Elektroden an die richtige Stelle in Ihrem Herzen zu führen, wird der Elektrophysiologe ein Röntgengerät benutzen, das dem Arzt ermöglicht zu sehen, wo die Elektroden sich befinden.

Wie testen die Schrittmacherelektroden das elektrische System des Herzens?

Die in Ihr Herz eingeführten Katheter haben zwei Funktionen. Einige der Elektroden geben winzige elektrische Impulse an Ihr Herz ab. Dies wird „Stimulation“ genannt. Die anderen Drähte messen die normalen elektrischen Impulse Ihres Herzens und die Reaktion auf die Stimulationsimpulse. Außerhalb Ihres Körpers wird die elektrische Aktivität des Herzens aufgezeichnet.

Während des Tests wird der Elektrophysiologe viele verschiedene Arten von Signalen an Ihr Herz senden. Sie werden wahrscheinlich fühlen, wie Ihr Herz schnell schlägt oder manchmal einen Schlag überspringt. Die Stimulation selber ist jedoch völlig schmerzfrei. Der Zweck dieser Stimulation ist es, dieselbe Art von Arrhythmie auszulösen, die Ihnen Beschwerden verursacht hat, und der Arzt kann ggf. die Art und den Entstehungsort Ihrer Arrhythmien feststellen.

Wenn der Arzt eine Arrhythmie auslöst, kann es sein, dass Sie dieselben Symptome fühlen, die bei Ihnen schon aufgetreten sind. Wenn Sie während der EPU Schmerzen, Übelkeit, Schwindelgefühle oder Herzklopfen verspüren, melden Sie sich sofort. Beschreiben Sie, was Sie fühlen. Nur so kann das Laborpersonal Sie bestens versorgen.

Die Arrhythmie kann von selbst wieder aufhören. Wenn Sie jedoch anhält, kann es sein, dass der Elektrophysiologe versuchen wird, Sie aus Ihrer Arrhythmie „herauszustimulieren“, indem er einfach die elektrischen Impulse, die an Ihr Herz gehen, ändert. Selten muss die Arrhythmie, in einer kurzen Narkose, durch einen Impuls von einem Defibrillator beendet werden. Ein Defibrillator ist ein Gerät, das einen elektrischen Impuls abgibt, um einen übermäßig schnellen Herzrhythmus zu beenden.

Die Katheterablation

Sollte der im Laufe der Untersuchung eine Rhythmusstörung festgestellt werden die durch eine Katheterablation behandelt werden kann, wird dies in der gleichen Untersuchung geschehen (soweit man Ihnen vorher die Behandlung erklärt hat und sie Ihr schriftliches Einverständnis gegeben haben).

Ziel der Katheterablation ist die dauerhafte Beseitigung von Herzrhythmusstörungen durch eine Verödung des hierfür verantwortlichen Herzmuskelgewebes.

Durch Anwendung von Hochfrequenzstrom (Frequenz 500 kHz, Leistung 10-100 Watt, Dauer der Anwendung 30-120 Sek.) kommt es zur Erwärmung des Herzmuskelgewebes auf ca. 55-70 Grad Celsius, wodurch eine Verödung mit anschließender Bildung einer kleinen Narbe (ca. 2-3 mm Durchmesser) erzielt wird. In den meisten Fällen ist diese Behandlung schmerzfrei.

Komplikationen treten selten auf, können jedoch im Katheterlabor sofort erkannt und zum Teil auch behandelt werden.

Nach der EPU

Am Ende der Untersuchung werden die Katheter und Schleusen in der Leiste entfernt. Sie müssen nach der Untersuchung für ca. vier bis sechs Stunden Bettruhe einhalten. Um eine Nachblutung aus den Einstichstellen zu verhindern wird ein so genannter „Druckverband“ angelegt.

Bei Patienten die eine Katheterablation erhalten haben, wird eine Ultraschalluntersuchung des Herzens am selben Tag durchgeführt, um Defekte am Herz auszuschließen.

Welche Komplikationen gibt es?

Es gibt bei einer EPU einige wenige Komplikationen. Im Vergleich zu den Vorteilen sind die Komplikationen der Untersuchung relativ gering. Ihr Arzt wird die Komplikationen mit Ihnen besprechen und alle Fragen, die Sie haben, beantworten. (Es kann hilfreich sein, Ihre Fragen aufzuschreiben, wenn Sie sich diese Seite ansehen, um sich auf die Besprechung mit dem Arzt vorzubereiten.)

Die medizinischen Informationen dieser Site dürfen nicht als Ersatz für Beratung und/oder Behandlung durch anerkannte Ärzte angesehen werden, noch dürfen aufgrund der Informationen eigenständig Diagnosen gestellt oder Behandlungen begonnen oder abgesetzt werden.