Klinik für Anästhesiologie, Intensiv- und Notfallmedizin

Ärztliches Weiterbildungskonzept

Weiterbildungskonzept der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Notfallmedizin

• Facharzt für Anästhesiologie (60 Monate)
• Zusatzbezeichnung Intensivmedizin (24 Monate)
• Zusatzbezeichnung Notfallmedizin (6 Monate)
• Zusatzbezeichnung Palliativmedizin (12 Monate)

Prof. Dr. med. Ralf Scherer (Chefarzt)
Dr. med. Rudolf Dünzen (Weiterbildungsbefugter Herzzentrum Duisburg)
Dr. med. Heinz-Günter Mandt / Dr. med. Volker Wessel (Weiterbildungsbefugter Evangelisches Krankenhaus Dinslaken)
Dr. med. Andrea Kutzer (Weiterbildungsbefugte Notfallmedizin Evangelisches Krankenhaus Duisburg-Nord)
Fr. Heike Sczeppek (Weiterbildungsbefugte Palliativmedizin Evangelisches Krankenhaus Dinslaken)

Es besteht eine Weiterbildungskooperation mit der

Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin

am Evangelischen Bethesda Krankenhaus Duisburg
Chefarzt Herr Prof. Dr. J. Meyer

1. Einleitung

Die Grundlage für das Weiterbildungskonzept bildet die Weiterbildungsordnung der Ärztekammer Nordrhein. Das hier vorliegende Weiterbildungskonzept der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Notfallmedizin (KAIN) des Evangelischen und Johanniter Klinikums Niederrhein gGmbH leitet sich aus bereits bestehenden Strukturen und Vorgehensweisen ab und wird in regelmäßigen Abständen analysiert und angepasst.

Die KAIN ist eine Weiterbildungsstätte mit voller Weiterbildungsbefugnis für die Facharztanerkennung im Gebiet Anästhesiologie und für die Zusatzbezeichnung Intensivmedizin. Die anrechenbare Weiterbildungszeit beträgt 5 bzw. 2 Jahre. Für den Erwerb der Zusatzbezeichnung Notfallmedizin ist innerhalb der KAIN keine besondere Weiterbildungsbefugnis erforderlich, da die im Rahmen der anästhesiologisch-intensivmedizinischen Weiterbildung erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten angerechnet werden. In der Zentralen Notaufnahme selbst besteht aber auch für die Notfallmedizin die entsprechende Weiterbildungsbefugnis. Die Zusatzweiterbildung Palliativmedizin (12 Monate) kann auf der 12-Betten-Palliativstation erworben werden.

2. Konzept

Das Ziel des Weiterbildungskonzeptes ist es, allen weiterzubildenden Assistenzärzten der KAIN eine effiziente, umfangreiche und qualitativ hochstehende Weiterbildung anzubieten. Diese Weiterbildung umfasst die klinische Anästhesiologie und die angewandte Physiologie und Pharmakologie. Das Konzept soll die nachfolgenden Vorgaben berücksichtigen: Fachspezifische Standards und Empfehlungen der DGAI und der DIVI, institutionelle und klinische Vorgaben und Bedürfnisse, Interessen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Qualität der Weiterbildung wird durch das Angebot allein nicht garantiert. Ein Faktor für den Erfolg ist die Motivation des Weiterzubildenden. Dafür ist ein gut organisiertes Qualifikations- und Betreuungssystem sowie eine erfolgreiche Karriereplanung und Feedbackkultur wichtig. Die entsprechenden unterstützenden organistorischen und personellen Maßnahmen sollen neben den Notwendigkeiten der klinischen Versorgung Priorität haben.

3. Stellenverhältnisse

In der Klinik arbeiten mehr als 40 Assistenz- und Fachärzte, 18 Oberärzte und 1 Chefarzt. Etwa die Hälfte der Assistenzärzte befinden sich in Weiterbildung, die anderen sind bereits Fachärzte. Da von den Assistenzärzten jeweils einer für 6 Monate zum Erwerb der anästhesiologischen gynäkologisch-geburtshilflichen Erfahrungen zum Einsatz am Evangelischen Bethesda und Johanniter Klinikum Duisburg (Prof. Dr. J. Meyer) delegiert ist, wird im jährlichen Turnus ein Assistenzarzt von dort zum Erwerb von Kenntnissen und Erfahrungen insbesondere im Bereich der Neurochirurgie und Thoraxchirurgie in die KAIN rotieren. Von den Assistenzarztstellen stehen über 50% für die Weiterbildung zum Facharzt Anästhesiologie zur Verfügung.

4. Strukturen

Betreuungs- und Qualifikationskonzept, Leistungsbeurteilung

Ab 2007 wurden als Dokumentation des fachspezifisches Betreuungs- und Qualifikationssystems für Assistenzärzte die persönlichen Weiter­bildungshefte der DGAI eingeführt. Es werden regelmäßige Mitarbeiterbesprechungen zwischen Chefarzt und Weiterzubildendem durchgeführt. Jeder Assistenzarzt wird im Rahmen der Rotations- und Wochenplanung einem betreuenden Oberarzt zugeteilt. Treten Probleme auf, sucht der betreuende Oberarzt unmittelbar das Gespräch mit dem betreffenden Assistenzarzt und umgekehrt. Als Ansprechpartner stehen der Chefarzt und der Assistentensprecher zur Verfügung.

Die kurz-, mittel- und langfristige Rotationsplanung wird vom Chefarzt koordiniert. Die nachfolgenden sind Halbjahresrotationen (Anzahl der Plätze):

Chirurgie, Unfallchirurgie, Thoraxchirurgie, Gefäßchirurgie, Neurochirurgie
OP 1, 3, 5-7 (4)

Vorderer Augenabschnitt, Netzhaut, HNO, Kieferchirurgie
OP 2-4, L3 (3)

Herzchirurgie EKN (Terminale Herzinsuffizienz und Kunstherzversorgung)
OP 8 (1)

Prämedikationsambulanz (1)

Urologie, Pneumologie
OP 21-24, ESWL, Endoskopie (3)

Intensivmedizin, NEF (4)

Gynäkologie / Geburtshilfe
Bethesda Krankenhaus Duisburg (1)

Herzchirurgie und Kinderherzchirurgie HZD
OP 31-34 (2)

Kardiologie, Kinderkardiologie
Katheterlabore

Viszeral- und Gefäßchirurgie, Unfallchirurgie, Urologie, HNO
OP 41-44 (4)

Die Strahlenschutzkurse müssen möglichst rasch besucht werden. Die Kosten trägt das Klinikum. Die Kurse für die Fachkunde Arzt im Rettungsdienst sollten innerhalb der ersten 18 Monate der Ausbildung abgeschlossen werden. Die Kosten trägt das Klinikum.

Transplantationsbeauftragter ist Herr OA Deniz Özcan. Während der Weiterbildungszeit an der KAIN ist es für Assistenzärzte möglich, bei der Hirntoddiagnostik und der Organentnahme mitzuwirken.

Das Rotationscurriculum wird in der Regel alle 3 Monate aktualisiert. Es wird auf eine faire Verteilung Wert gelegt. Die Kriterien für die Rotation sind wie folgt priorisiert: Möglichkeit des Abschließens der Weiterbildung im Gebiet Anästhesiologie innerhalb von 5 Jahren; Erwerb der Zusatzbezeichnung Intensivmedizin, persönliche Wünsche. Transparenz ist ein wichtiger Faktor für gegenseitiges Vertrauen und Motivation, weshalb die Rotationsplanung im Intranet jederzeit einsehbar ist (zanaes/sekre/publicall).

Supervision

Entsprechend der dezentralen Struktur gibt es örtlich getrennte Operationstrakte (s.o.). Hinzu kommen Anästhesien und/oder Überwachungen für nicht-chirurgische Interventionen anderer Disziplinen, die ebenfalls örtlich getrennt sind: Radiologie, MRT, Kardiologie, Gastroenterologie, Intensivstationen. Diese Vorgaben erschweren die Dienst- und Einsatzplanung. Trotzdem ist es möglich, auch in diesen operativen Bereichen eine Supervision durch Oberärzte zu gewährleisten. Die Supervision im klinisch-elektiven Betrieb wird in erster Linie durch Oberärzte wahrgenommen. Fachärzte und Fachpflegepersonal wirken unterstützend mit. Im Notfallbetrieb (Bereitschaftsdienst) ist immer ein Oberarzt verfügbar. Bei Kapazitätsengpässen sollen weitere Ärzte abgerufen werden. Der Chefarzt ist zusätzlich erreichbar. Insbesondere bei hämostaseologischen Problemen mit der Notwendigkeit des Einsatzes von Konzentraten soll der Chefarzt kontaktiert werden. Die kinderherzchirurgischen Notfälle am Herzzentrum werden von einem separaten Oberarzt-Rufdienst betreut.

Dienst- und Einsatzplanung

Die Dienstzeiten und die Dienstvorschriften sind in speziellen Weisungen beschrieben. Die Dienstplanung ist aufgrund der dezentralen Verhältnisse und der organisatorischen Vorgaben sehr komplex. Die arbeitstägliche Einsatzplanung geschieht im EDV-Modul ORBIS-NICE. Ärzte können sich hier im Rahmen der Rotation bis 14.30 Uhr als Vorschlag selbst für Säle des kommenden Operationstages eintragen. Die endgültige Einteilung geschieht durch den OP-verantwortlichen Oberarzt in Absprache mit dem OP-Koordinator. Die mittelfristige Planung erfolgt in der WOCHENPLANUNG, die die Bereitschaftsdienst- und Urlaubsplanung berücksichtigt. Diese Dateien sind im Intranet jederzeit einsehbar (zanaes/sekre/publicall). Die Bereitschaftsdienst- und Urlaubsplanung können von den Dienstgruppen innerhalb organisatorischer Vorgaben selbst vorgenommen werden und erlangen durch die Anordnung des Chefarztes Gültigkeit. Die Einsatzplanung berücksichtigt wenn möglich den Ausbildungsstand und die Bedürfnisse des einzelnen Assistenzarztes, so dass innerhalb angemessener Frist sämtliche Operationsabteilungen durchlaufen werden können.

5. Inhalte

Physiologie, Pathophysiologie und Pharmakologie  

Diese Inhalte werden im Rahmen der täglichen Praxis anhand von Patienten und Ereignissen diskutiert und vermittelt.

Risikobeurteilung und Planung des anästhesiologischen Managements, Beurteilung von präoperativen Befunden  

Dieser Themenkreis wird täglich im Rahmen der Patientenbesprechung behandelt. Dabei werden immer wieder einzelne Punkte hervorgehoben und im Detail besprochen. Auch im Fortbildungsprogramm mit in- und externen Referenten wird dieses Thema gelegentlich berücksichtigt.  

Vorbereitung und Durchführung der Anästhesie, Kenntnis und Anwendung der eingesetzten Mess- und Überwachungstechniken  

Diese Inhalte werden im Rahmen der täglichen Praxis anhand von Patienten und Ereignissen diskutiert und vermittelt.

Postoperative Betreuung  

Diese Inhalte werden im Rahmen des perioperativen Schmerzdienstes und der täglichen Praxis anhand von Patienten und Ereignissen diskutiert und vermittelt.  

Behandlung von Notfallpatienten, kardiopulmonale Reanimation  

Diese Inhalte werden im Rahmen der täglichen Praxis anhand von Patienten und Ereignissen diskutiert und vermittelt. Die Anästhesie ist für die Reanimationen im ganzen Haus zuständig.

Ethik und Gesundheitsökonomie  

Ethische und gesundheitsökonomische Problemlösungsstrategien werden im Rahmen der täglichen Praxis anhand von Alltagsproblemen in der Patientenbetreuung und mittels explizitem Teaching vermittelt. Die Assistenzärzte werden instruiert, selbständig ethische Entscheidungen zu treffen und die gesundheitsökonomischen Folgen ihrer Tätigkeit zu ermessen.

Weiterbildungsangebot  

Das Klinikum Niederrhein bietet ein umfangreiches Weiterbildungsspektrum an. Folgende anästhesierelevante operative Disziplinen sind vorhanden: Unfallchirurgie, Allgemeine und Viszeralchirurgie, Thoraxchirurgie, Herzchirurgie, Gefäß­chirurgie, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Otorhinolaryngologie, Neurochirurgie, Neuroradiologie, Radiologie, Ophthalmologie, Urologie, Pneumologie.

Folgende Weiterbildungsveranstaltungen finden regelmäßig statt:  

·       Wöchentliche Fortbildung der KAIN zu anästhesiologischen,
     intensivmedizinischen, notfallmedizinischen und schmerztherapeutischen Themen,
     jeweils montags 15.30 bis 16.30 Uhr, Medienraum

·       Intensivmedizinische Propädeutik. 10 Termine jährlich, donnerstags 17.00-18.00 Uhr,
     Besprechungsraum der KAIN Herzzentrum Duisburg

·       Journal Club mit monatlich wechselnden Themen, moderiert von Oberärzten,
     vorgetragen durch Assistenzärzte, nach Absprache mittwochs 15:30 bis 16:30 Uhr,
     Medienraum

·       Antimikrobielle Therapie. In Kooperation mit Dr. Rieger
     jährlich an 1 - 2 Tagen

·       Weiter- und Fortbildungsvorträge zu ausgewählten Themen der präklinischen
     Notfallmedizin für Ärzte und Rettungssanitäter. 2 mal pro Jahr
     Termine durch Dr. Marx, BF Duisburg

·       Duisburger Gerinnungs-Symposium. Tagesveranstaltung, einmal jährlich.

Die abteilungseigene Bibliothek ist umfasst rund 100 Fachbücher und Fachzeitschriften aus den Gebieten Anästhesiologie, Intensivmedizin, Schmerzbehandlung und Notfallmedizin. Auch als Onlineversion mit Vollzugriff auf frühere Jahrgänge stehen u.a. zur Verfügung

Anästhesiolgie und Intensivmedizin
Anaesthesiologie Intensivmedizin Notfallmedizin Schmerztherapie
Der Anästhesist

Anesthesia Analgesia
Anesthesiology
British Journal of Anaesthesia
Journal of Cardiothoracic and Vascular Anesthesia  

Critical Care Medicine
Intensive Care Medicine
Pain

Alle Ärzte der KAIN haben Zugang zum Intranet und Internet, wo einerseits die abteilungseigenen und klinikweit geltenden Standards und Informationen (Qualitätsmanagementarbeitsplatz QMAP), Dienstanweisungen und Links zu Fachgesellschaften, Universitäten sowie weiteren fachspezifischen Websites zu finden sind.

Qualitative und quantitative Weiterbildungsziele der KAIN im Gebiet Anästhesiologie gemäß Weiterbildungs­ordnung

Das Gebiet Anästhesiologie umfasst die Allgemein-, Regional- und Lokalanästhesie einschließlich deren Vor- und Nachbehandlung, die Aufrechterhaltung der vitalen Funktionen während operativer und diagnostischer Eingriffe sowie intensivmedizinische, notfallmedizinische und schmerztherapeutische Maßnahmen.

Weiterbildungsziel: Ziel der Weiterbildung im Gebiet Anästhesiologie ist die Erlangung der Facharztkompetenz nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Weiterbildungsinhalte.

Weiterbildungszeit: 60 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte gemäß § 5 Abs.- 1 Satz 1, davon

48 Monate in der Anästhesiologie, davon können bis zu

  12 Monate Weiterbildung in anderen Gebieten angerechnet werden

  18 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet werden

12 Monate in der Intensivmedizin, davon können

  6 Monate Intensivmedizin in einem anderen Gebiet abgeleistet werden

Weiterbildungsinhalt: Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in

- den Anästhesieverfahren
- der Beurteilung perioperativer Risiken
- Maßnahmen der perioperativen Intensivmedizin
- der Behandlung akuter Störungen der Vitalfunktionen, einschließlich Beatmungsverfahren
  und notfallmäßiger Schrittmacheranwendung
- notfallmedizinischen Maßnahmen
- der Betreuung palliativmedizinisch zu versorgender Patienten
- der Infusions- und Hämotherapie einschließlich parenteraler Ernährung
- der gebietsbezogenen Arzneimitteltherapie einschließlich der perioperativen Medikation
- psychogenen Symptomen, somatopsychischen Reaktionen und psychosozialen
  Zusammenhängen
- der Indikationsstellung, sachgerechten Probengewinnung und -behandlung für
  Laboruntersuchungen und Einordnung der Ergebnisse in das Krankheitsbild

Definierte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren:

- Maßnahmen zur Behandlung akut gestörter Vitalfunktionen
- Beatmungstechniken einschließlich der Beatmungsentwöhnung
- Punktions- und Katheterisierungstechniken einschließlich Legen von Drainagen und
  zentralvenösen Zugängen sowie der Gewinnung von Untersuchungsmaterial
- Infusions-, Transfusions- und Blutersatztherapie, enterale und parenterale Ernährung
- Elektrokardiogramme
- selbstständig durchgeführte Anästhesieverfahren, davon eine entsprechende
  Anzahl (s.u.)
  im Gebiet Chirurgie
  im Gebiet Frauenheilkunde und Geburtshilfe
  bei Säuglingen und Kleinkindern bis zum vollendeten 5. Lebensjahr
  in wenigstens zwei weiteren operativen Gebieten
  bei Eingriffen im Kopf-Hals-Bereich
  rückenmarksnahe Regionalanästhesien
  periphere Regionalanästhesien und Nervenblockaden

  Mitwirkung bei Anästhesien höherer Schwierigkeitsgrade, davon
  bei intrathorakalen Eingriffen
  bei intrakraniellen Eingriffen

Unter Berücksichtigung gebietsspezifischer Ausprägungen beinhaltet die Weiterbildung auch den Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in ethischen, wissenschaftlichen und rechtlichen Grundlagen ärztlichen Handelns, der ärztlichen Begutachtung, den Maßnahmen der Qualitätssicherung und des Qualitätsmanagements, der ärztlichen Gesprächsführung einschließlich der Beratung von Angehörigen, psychoso­matischen Grundlagen, der interdisziplinären Zusammenarbeit, der Ätiologie, Pathophysiologie und Pathogenese von Krankheiten, der Aufklärung und der Befunddokumentation, labortechnisch gestützten Nachweisverfahren mit visueller oder apparativer Auswertung (Basislabor), medizinischen Notfallsituationen, den Grundlagen der Pharmakotherapie einschließlich der Wechselwirkungen der Arzneimittel und des Arzneimittelmissbrauchs, der allgemeinen Schmerztherapie, der interdisziplinären Indikationsstellung zur weiterführenden Diagnostik einschließlich der Differentialindikation und Interpretation radiologischer Befunde im Zusammenhang mit gebietsbezogenen Fragestellungen, der Betreuung von Schwerstkranken und Sterbenden, den psychosozialen, umweltbedingten und interkulturellen Einflüssen auf die Gesundheit, gesundheitsökonomischen Auswirkungen ärztlichen Handelns, geschlechtsspezifischen Aspekten in Prävention, Diagnostik, Therapie und Rehabilitation, den Strukturen des Gesundheitswesens.

Untersuchungs- und Behandlungsmethoden: Richtzahl. Jährliche Dokumentation
gemäß § 8 WBO * Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten erworben

Maßnahmen zur Behandlung akut gestörter Vitalfunktionen, davon

- intensivmedizinische Behandlung von Pat. mit Funktionsstörungen von mindestens zwei
  vitalen Organsystemen (100)
- kardiopulmonale Reanimationen (10)
- Beatmungstechniken einschließlich der Beatmungsentwöhnung (50)
- Punktions- und Katheterisierungstechniken einschließlich Legen von Drainagen und
  zentralvenösen Zugängen, davon zentralvenöse Katheterisierungen (50)
- Infusions-, Transfusions- und Blutersatztherapie, enterale und parenterale Ernährung (50)
- Elektrokardiogramme

 Anästhesieverfahren (1.800), davon

- bei abdominellen Eingriffen (300)
- in der Geburtshilfe (50), davon bei Kaiserschnitten (25)
- bei Eingriffen im Kopf-Hals-Bereich in den Gebieten Augenheilkunde,
  Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie oder Neurochirurgie (100)
- bei Säuglingen und Kleinkindern bis zum vollendeten 5. Lebensjahr (50)
- bei ambulanten Eingriffen (100)
- rückenmarksnahe Regionalanästhesien (100)
- periphere Regionalanästhesien und Nervenblockaden, davon
- dokumentierte perioperative regionale Schmerztherapie (50)

Mitwirkung bei Anästhesien für intrathorakale Eingriffe (25)
Mitwirkung bei Anästhesien für intrakranielle Eingriffe (25)
Fiberoptische Intubationsverfahren (25)

Qualitative und quantitative Weiterbildungsziele der KAIN für die Zusatzbezeichnung Intensivmedizin gemäß Weiterbildungs­ordnung

Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten in der Versorgung von Funktionsstörungen lebenswichtiger Organsysteme

der Intensivbehandlung des akuten Lungen- und Nierenversagens, von akuten Störungen des zentralen Nervensystems, von Schockzuständen, der Sepsis und des Sepsissyndroms sowie des Multiorganversagens, interdisziplinärer Behandlungskoordination, der gebietsbezogenen Arzneimitteltherapie, der Anwendung von intensivmedizinischen Score-Systemen, Transport von Intensivpatienten, der Hirntoddiagnostik einschließlich der Organisation von Organspende, krankenhaushygienischen und organisatorischen Aspekten der Intensivmedizin

Behandlung und Dokumentation komplexer intensivmedizinischer Krankheitsfälle (50)
Katheterisierungs- und Drainagetechniken einschließlich Lage-Kontrolle
kardio-pulmonale Wiederbelebung (10)
Mess- und Überwachungstechniken (50)
atmungsunterstützende Maßnahmen bei nicht intubierten Patienten (25)
differenzierte Beatmungstechniken einschließlich Beatmungsentwöhnung bei
langzeitbeatmeten Patienten (50)
Analgesierungs- und Sedierungsverfahren (50)
enterale und parenterale Ernährung einschließlich Sondentechnik (50)
Transfusions- und Blutersatztherapie (50)
Endotracheale Intubation im Rahmen der Intensivtherapie (25)
differenzierte Therapie mit vasoaktiven Substanzen (50)
Evaluationen und Verlaufsbeobachtungen des Krankheitsschweregrade (Scores) (50)
perioperative intensivmedizinische Behandlung (50)
Behandlung intensivmedizinischer Krankheitsbilder in Zusammenarbeit mit den das
Grundleiden behandelnden Ärzten (100)
intensivmedizinische Überwachung und Behandlung nach Traumen (10)
differenzierte Diagnostik und Therapie kardialer und pulmonaler Erkrankungen bei vital bedrohten Patienten (50)
Bronchoskopie (25)
Anwendung extrakorporaler Ersatzverfahren bei akutem Organversagen (10)
Kardioversion, Defibrillation und Elektrostimulation des Herzens (10)
Anlage passagerer transvenöser Schrittmacher einschließlich radiologischer Kontrolle (10)