Patienten- und Besucherinformationen

Wahrscheinlich ist der Grund Ihres Besuches, dass ein Angehöriger oder ein Ihnen nahe stehender Mensch nach einer größeren Operation, wegen einer akuten Erkrankung oder nach einem Unglücksfall bei uns intensivmedizinisch behandelt werden muss.

Wie Sie vielleicht wissen, nutzen wir in der Intensivmedizin alle Möglichkeiten, um schwerste Erkrankungen oder Verletzungen behandeln zu können. Daher können Ihnen die verwendeten Geräte manchmal etwas bedrohlich erscheinen. Auch kann eine Kontaktaufnahme mit Ihrem Angehörigen unter Umständen unmöglich sein, sei es aufgrund der Erkrankung oder wegen medizinischer Maßnahmen („künstliches Koma“). Oft können Sie uns auch bei Entscheidungen helfen, die die Behandlung betreffen. Wenn Sie Fragen haben, zögern Sie nicht, die Ärzte, Schwestern und Pfleger oder Seelsorger anzusprechen. Wir sind nicht nur für das Wohl unserer Patienten, sondern auch für Sie da.

Wie Sie wissen, ist eine telefonische Auskunft aus Datenschutzgründen nicht immer ohne weiteres möglich. Wenn wir Sie aber bereits persönlich kennen oder es sich um einen Notfall handelt, können Sie mit uns unter den folgenden Telefonnummern Kontakt aufnehmen:

  • Anästhesiologische Intensivstation Krankenhaus Duisburg-Nord,
    Tel.: +49 (0)203 508-1000
  • Anästhesiologische Intensivstation Johanniter-Krankenhaus Oberhausen,
    Tel.: +49 (0)208 697-4018
  • Operative Intensivstation Herzzentrum Duisburg
    Tel.: +49 (0)293 451-3001
  • Anästhesiologische Intensivstation Evangelisches Krankenhaus Dinslaken
    Tel.: +49 (0)2064 42-2147

Bitte betreten Sie zur Besuchszeit oder zum vereinbarten Termin die Intensivstation nur nach ausdrücklicher Aufforderung durch unser Personal. Wir bitten Sie, beim Betreten der Station einen Schutzkittel anzulegen sowie eine kurze Händedesinfektion (Wandspender) vorzunehmen. Es sollten nicht mehr als 2 Besucher gleichzeitig an einem Bett anwesend sein.

Akustische und optische Monitoralarme sollten Sie nicht übermäßig beunruhigen; die Alarmgrenzen sind sehr eng eingestellt, und die Alarme werden von einer Monitorzentrale aus immer beurteilt. Bewegungs- oder sonst äußerlich bedingte Veränderungen der zum Monitor übermittelten Informationen der zu überwachenden Herz-Kreislauffunktionen (sog. Artefakte) können ebenfalls Alarme auslösen, ohne dass eine tatsächliche Störung vorliegt.

Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass das im Schichtsystem tätige Pflegepersonal unserer Intensivstation von Zeit zu Zeit wechseln muss. Stations- und Oberärzte wechseln auch in größeren Zeitabständen bzw. sind ggf. nach einem Bereitschaftsdienst nicht anwesend.

Wir bitten Sie zu beachten, dass aus hygienischen Gründen Blumen aller Art nicht auf die Intensivstation mitgebracht werden dürfen.

Anästhesieambulanz im EKN

Die Anästhesieambulanz im Krankenhaus Duisburg-Nord (Betriebsteil 1) finden Sie in den Räumen der Klinik für Anästhesiologie, Notfallmedizin und Intensivmedizin, 1. OG (Aufgang D), Raum 127.

Sofern Sie Patient bzw. Patientin der operativen Disziplinen unseres Klinikums sind, haben Sie vor Ihrer Operation oder Untersuchung die Gelegenheit, in unserer Anästhesieambulanz ein Gespräch mit einem Narkosearzt (Anästhesist) zu führen. Als ambulanter Patient werden Sie dort am Vortag der Operation mit dem Anästhesisten sprechen.

Bei diesem Gespräch werden Ihnen das Anästhesieverfahren, das bei Ihrer Operation am sinnvollsten ist, vorgestellt (Allgemeinanästhesie, umgangssprachlich auch als Vollnarkose bezeichnet, Regionalanästhesie oder die Kombination von beiden) sowie Vorteile, aber auch Risiken und mögliche Komplikationen erläutert.

Sollte es Ihnen nicht möglich sein, während Ihres stationären Aufenthaltes in die Prämedikationsambulanz zu kommen, wird ein Anästhesist am Vortag der Operation zur Prämedikationsvisite zu Ihnen auf die Station kommen.

Sie erhalten bereits bei der Aufnahme bzw. bei der Vereinbarung eines OP-Termins (als ambulanter Patient) einen Anästhesie-Fragebogen (Aufklärungsbogen). Sie erleichtern uns erheblich die Arbeit, wenn Sie sich diesen Fragebogen schon vor dem Aufklärungsgespräch durchlesen, die Fragen beantworten (meist mit ja oder nein zu beantworten) und sich überlegen, was Sie noch für Fragen stellen möchten. Dies gilt insbesondere für ambulante Patienten, die den Aufklärungsbogen vor der Operation mit nach Hause erhalten.

Prämedikationsvisite

Bei der Prämedikationsvisite besucht Sie ein Anästhesist am Vortag der Operation und überprüft die Befunde, die bereits erhoben worden sind (z.B. EKG, evtl. Röntgenbild der Lunge, Laboruntersuchung, Lungenfunktionsprüfung).

Ein wichtiger Bestandteil dieser Prämedikationsvisite ist das persönliche Aufklärungsgespräch anhand des Anästhesie-Fragebogens. Stellen Sie beim Aufklärungsgespräch alle Fragen, die Sie noch beantwortet haben möchten, und fragen Sie vor allem nach, wenn Sie etwas nicht verstanden haben. Es ist uns wichtig, dass alle Fragen, die Sie in Bezug auf die Narkose haben, beantwortet werden.

Wenn Sie möchten, werden Sie auch über seltene und seltenste Risiken, die bei Ihrer Anästhesieform auftreten können, informiert. Sie haben aber auch die Möglichkeit, auf eine weiterführende Aufklärung zu verzichten und begnügen sich mit den Informationen, die in Ihrem Aufklärungsbogen stehen.

Was ist Anästhesie?

Die Anästhesie ist ein relativ junges Fachgebiet der Medizin (1996: 150 Jahre Anästhesie).

Dem Zahnarzt William Th. Green Morton wird die Durchführung der ersten Ethernarkose am 16. Oktober 1846 im Massachusetts General Hospital, Boston, zugeschrieben (erste Veröffentlichung).

Die ersten kleinen Eingriffe unter Verabreichung von Ether (Ethoxyethan, Diethylether; C4H10O) oder Lachgas (Distickstoffoxid, E942; N2O) fanden jedoch bereits 1842 (W. Clarke, C. Long; Ether) und 1844 (H. Wells, Lachgas) statt.

Das Wort „Anaesthesie“ ist griechischen Ursprungs und bedeutet übersetzt Empfindungslosigkeit.

Allgemeinanästhesie oder Regionalanästhesie?

In der Regel bestimmt die Art und die Dauer des operativen Eingriffs, ob Sie eine Allgemeinanästhesie („Vollnarkose“) bekommen müssen oder eine Regionalanästhesie („Teilnarkose“) bekommen können.

Es hängt aber auch von Ihrem persönlichen Gesundheitszustand und weiteren Faktoren ab, welches Verfahren wir Ihnen empfehlen oder aber welches Anästhesieverfahren bei Ihnen nicht durchgeführt werden sollte.

Bestimmte Operationen erfordern eine Allgemeinanästhesie, so z. B. alle Bauchoperationen (Gallenblasenentfernung, Magen-OP, „Blinddarm“-OP) oder Operationen im oder am Brustkorb (Bypass-Operation am Herzen, Operationen an der Lunge, Operationen an der Körperschlagader z. B. bei Aortenaneurysma).

Andere Operationen kann man auch in Regionalanästhesie durchführen, so z. B. Operationen an den Extremitäten (Hand und Arm, Fuß und Bein) sowie an den großen Gelenken (Knie, Hüfte, Schulter, Ellenbogen). Weiterhin lassen sich z. B. Bypass-Operationen an den Schlagadern der Beine (bei der sog.
Schaufensterkrankheit) in Regionalanästhesie durchführen. Auch Operationen an der Leiste (Leistenbrüche) und am Unterleib (z.B. Blase und Prostata) lassen sich in Regionalanästhesie durchführen.

Manchmal ist es von Vorteil, die beiden Verfahren zu kombinieren. So ist es z. B. möglich, bei großen Bauchoperationen vorher einen Periduralkatheter oder bei Eingriffen am Schultergelenk einen Plexuskatheter zu legen, über den Sie bereits während der Operation Schmerzmittel erhalten. Auf diese Weise ist es möglich, den Bedarf an anderen Anästhetika zu reduzieren und gegebenenfalls damit die Aufwachphase zu verkürzen.

Nach der Operation können Sie dann über diesen Katheter weiter Schmerzmittel erhalten, ohne die unerwünschten, systemischen Nebenwirkungen anderer Schmerzmittel, die Ihnen als Tropfen, Tabletten oder Spritzen verabreicht werden könnten, zu verspüren (Übelkeit, Erbrechen, Spritzenabszesse, Magenbeschwerden).

Was ist eine Allgemeinanästhesie?

Bei der Allgemeinanästhesie wird durch die Gabe einer Kombination von Schlafmitteln (Narkotika, Hypnotika) und Schmerzmitteln (Opiate oder Opioide, d.h. Morphium-ähnliche Substanzen, evtl. Lachgas) sehr schnell ein künstlicher Tiefschlaf erzeugt.

Das Bewusstsein und die Schmerzempfindung des ganzen Körpers sind vorübergehend ausgeschaltet.

Die sog. Narkoseeinleitung beginnt damit, dass über eine Venenverweilkanüle (z.B. auf dem Handrücken oder in der Ellenbeuge) ein schnellwirksames Schlafmittel und ein Schmerzmittel gespritzt wird. Die Wirkung dieser Dosis hält in der Regel nur einige Minuten an, daher ist eine weitere Zufuhr von Narkotika bei länger dauernden Eingriffen notwendig.

Dies kann entweder über die Vene erfolgen, d.h. der Patient bekommt eine intravenöse Anästhesie, oder aber durch die Gabe von gasförmigen Anästhetika, die dem Patienten mit der Beatmung zugeführt werden (Inhalationsanästhesie).

Muss man während der Operation künstlich beatmet werden?

Bestimmte Operationen erfordern eine tiefe Narkose. Bei vielen Operationen werden zudem muskelerschlaffende Medikamente (Muskelrelaxantien) gegeben, um optimale chirurgische Voraussetzungen zu gewährleisten.

Bei tiefer Narkose (Ausschaltung des Atemzentrums) oder der Gabe von Muskelrelaxantien (Erschlaffung aller Muskeln) ist eine künstliche Beatmung unumgänglich.

Bekommt man bei einer Vollnarkose immer einen Beatmungsschlauch?

Während der Narkose kann die Beatmung in unterschiedlicher Weise durchgeführt werden.

Die einfachste Form ist die Beatmung mit einer Gesichtsmaske, meist als assistierte Spontanatmung durchgeführt. Bei dieser Form der Beatmung befindet sich der Patient in einer relativ flachen Narkose und atmet selbst (spontan), wird dabei vom Anästhesisten bei flachen Atemzügen unterstützt (assistiert). Diese Form der Beatmung ist nur bei kurz dauernden ( < 20 min.) und wenig schmerzhaften Eingriffen an der Körperoberfläche oder den Gliedmaßen möglich.

Eine weitere Form der Beatmung bietet uns die Kehlkopfmaske (Larynxmaske). Sie wird in Narkose auf den Kehlkopf aufgesetzt und ermöglicht so einerseits eine Spontanatmung des Patienten, zum anderen, falls erforderlich, eine (ermüdungsfreie) assistierte oder auch maschinelle Beatmung.

Eine weitere, bei der Allgemeinanästhesie angewandte Form der Beatmung erfolgt jedoch über einen Beatmungsschlauch (Tubus), der in Narkose in die Luftröhre eingelegt wird. Man spricht dann auch von Intubationsnarkose (ITN).

Bauchchirurgische Operationen, Operationen im Kopf-Hals-Bereich, schwierige Lagerungen (z. B. Operationen in Bauch- oder Seitenlage), Notfalleingriffe und Operationen bei nicht nüchternen Patienten erfordern unbedingt die Intubationsnarkose.

Ihr Anästhesist wird das für Sie in Frage kommende Beatmungsverfahren abhängig vom Operationsverfahren und Ihren persönlichen Faktoren auswählen und im Prämedikationsgespräch mit Ihnen besprechen.

Vorbereitung zur Narkose und Operation

Sie können in der Regel am Vorabend der Operation bis 22:00 Uhr essen und trinken, es sei denn, Ihr Stationsarzt oder Ihr Anästhesist legt für Sie etwas anderes fest. Erkundigen Sie sich im Zweifelsfall bei den Schwestern oder Pflegern auf Ihrer Station.

Für Diabetiker gelten spezielle Richtlinien, die der Anästhesist mit dem jeweiligen Patienten im Einzelfall genau festlegt.

Sie erhalten für gewöhnlich am Abend vor der Operation ein leichtes Beruhigungsmittel, damit Sie leichter einschlafen können. Nachdem Sie diese Tablette eingenommen haben, sollten Sie im Bett liegen bleiben und nach Möglichkeit nicht mehr alleine aufstehen.

Am Morgen des Operationstages nehmen Sie, falls Sie regelmäßig Arzneimittel einnehmen, Ihre Medikamente ein (welche, wird Ihr Anästhesist im Gespräch mit Ihnen genau festlegen), und Sie erhalten zusätzlich ein Beruhigungsmittel sowie ggf. weitere Medikamente, die der Anästhesievorbereitung dienen, bevor Sie in den Operationstrakt gebracht werden. Sollten Sie regelmäßig Nitro- oder Asthma-Sprays benutzen, können Sie sie nach Rücksprache mit Ihrem Anästhesisten mit in den OP nehmen.

Am Tag der Operation dürfen Sie nichts essen oder trinken (mit Ausnahme der Medikamente mit einem Glas Wasser) sowie auch nicht rauchen. Tragen Sie bitte kein Make-up oder Feuchtigkeitscremes auf, entfernen Sie nach Möglichkeit eventuell vorhandenen Nagellack und legen Sie auch alle Schmuckstücke (Fingerringe, Ketten, Ohrringe, Pearcing-Schmuck) ab. Kontaktlinsen dürfen nicht mit in den OP genommen werden; Brillen oder Hörgeräte nur nach Rücksprache mit dem Anästhesisten. Herausnehmbare Zahnprothesen, Zweitfrisuren sowie andere Prothesen oder Epithesen verbleiben ebenfalls auf Ihrer Station.

Zu gegebener Zeit werden Sie im Bett in die Patientenschleuse des Operationstraktes gebracht. Dort werden Sie vom Anästhesiepersonal empfangen, Ihre Unterlagen werden auf Vollständigkeit sowie Ihre Identität wird nochmals überprüft, und Sie werden auf dem fahrbaren OP-Tisch gelagert.

Von dort aus werden Sie in den Anästhesie-Vorbereitungsraum gefahren. Sie werden dort an einen Monitor angeschlossen; ein EKG überwacht kontinuierlich Ihre Herztätigkeit, und der Blutdruck wird in regelmäßigen Abständen bei Ihnen gemessen. Ein kleiner elektronischer Clip an einem Finger zeigt den Sauerstoffgehalt Ihres Blutes an (als eine Überwachung während der künstlichen Beatmung).
Auf dem Handrücken oder Unterarm, evtl. in der Ellenbeuge, legen wir Ihnen einen venösen Zugang (eine dünne, flexible Kunststoffverweilkanüle), über den Sie eine Infusion (Venentropf), aber auch später Ihre Narkosemedikamente, bekommen werden.

Nachdem die Vorbereitungen abgeschlossen sind, können wir nun mit der Anästhesie beginnen.

Die Überwachung während der Operation

Sobald die Vorbereitungen zur Anästhesie abgeschlossen wurden und die Narkose bei Ihnen eingeleitet wird bzw. die Regionalanästhesie durchgeführt wird, werden Ihre Herz-Kreislauffunktionen kontinuierlich überwacht.

Das Anästhesieteam betreut Sie gemeinsam während der gesamten Zeit der Operation. Ähnlich wie im Vorbereitungsraum wird die Herzaktion auf einem EKG-Monitor ständig überwacht, und mit dem Pulsoximeter messen wir einfach und zuverlässig den Sauerstoffgehalt in Ihrem Blut, ob Sie nun selber (spontan) atmen (z.B. bei einer Regionalanästhesie) oder bei einer Vollnarkose künstlich beatmet werden. Der Blutdruck wird regelmäßig, meistens im Abstand von 3 – 5 Minuten, gemessen.

Diese Basisüberwachung wird bei jeder Form der Anästhesie durchgeführt. Je nach Ausmaß der Operation oder aber je nach dem Gesundheitszustand des Patienten können diese Überwachungsmaßnahmen noch erweitert werden. Fragen Sie Ihren Anästhesisten im Aufklärungsgespräch, wenn Sie hierzu nähere Informationen wünschen.

Da die meisten operativen Eingriffe in unserem Herzzentrum eine Allgemeinanästhesie (Vollnarkose) zu Ihrer Sicherheit und Ihrem Wohlbefinden erforderlich machen, werden Sie erst auf der Intensivstation die Wahrnehmung wiedererlangen. Dies dient Ihrer persönlichen Sicherheit, da nicht nur in der Phase des operativen Eingriffs eine engmaschige Überwachung von Nöten ist, sondern auch in den ersten Stunden danach.

Nach Beendigung des operativen Eingriffes erfolgt der schonende Transport unter gleichbleibend engmaschiger Überwachung zur Intensivstation. Dort werden Sie so lange kontinuierlich betreut, bis sich Ihr Zustand absolut stabilisiert hat. Erst dann wird auch der Beatmungsschlauch entfernt.