Evangelisches Krankenhaus Dinslaken
Evangelisches Krankenhaus Duisburg-Nord

Chirurgische Erkrankungen

Hier erfahren Sie mehr über allgemein-, viszeral-, gefäßchirurgische Erkrankungen:

Erkrankungen der Speiseröhre

Zenker-Divertikel
Beim sog. Zenker-Divertikel kommt es im oberen Drittel der Speiseröhre zu einer Ausstülpung der Speiseröhrenwand, wobei die betroffenen Patienten über Hochwürgen unverdauter Nahrungsreste (Regurgitation) oder Schluckstörungen (Dysphagie) klagen können. Als mögliche Therapieverfahren steht sowohl ein endoskopisches als auch chirurgisches Verfahren zur Verfügung, das bei jedem Patienten individuell ausgewählt werden sollte.
Refluxerkrankung
Bei der Refluxerkrankung kommt es aufgrund einer Störung des unteren Schließmuskels der Speiseröhre zu einem Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre. Hierbei kommt es zum typischen Sodbrennen. In enger Zusammenarbeit mit der Medizinischen Klinik unseres Hauses werden von uns individuell abgestimmte Untersuchungen durchgeführt, damit die Gründe der Refluxerkrankung festegestellt und eine angepasste Therapie begonnen werden kann. Dabei kann eine medikamentöse Therapie ausreichend sein. Manchmal ist jedoch ein chirurgischer eingriff notwendig, wobei wir seit dem letzten Jahr hierbei auch die Implantation eines Magnetbands (Linx-System) anbieten können.

Achalasie

Durch die Zerstörung von Nervenzellen in der Muskelschicht der Speiseröhre, kann der untere Schließmuskel nicht richtig erschlaffen, sodass die Speise nur erschwert in den Magen transportiert werden kann. Diese Erkrankung nennt sich Achalasie. wobei Patienten vor allem über Schluckstörungen klagen. Als mögliche Therapieverfahren kommen konservative Ansätze (z.B. medikamentös, endoskopisch) oder chirurgische Therapiemöglichkeiten (die Spaltung des unteren Schließmuskels der Speiseröhre) in Frage.

Speiseröhrenkrebs

Der Speiseröhrenkrebs ist eine bösartige Erkrankung der Schleimhaut der Speiseröhre. Betroffene Patienten klagen vermehrt über Schluckstörungen, die häufig jedoch erst im späteren Verlauf der Erkrankung auftreten kann. Neben einer Gewebeprobe des Tumors selbst, sind zusätzliche Untersuchungen notwendig, um das Ausmaß der Tumorerkrankung zu beschreiben. Im so genannten Tumobaord (eine Teamsitzung zwischen Gastroenterologen, Onkologen, Strahlentherapeuten, Radiologen und Chirurgen) wird dann ein individuelles Therapievorgehen für jeden einzelnen Patienten festgelegt. Therapeutisch können unterschiedliche Verfahren zur Anwendung kommen. Handelt es sich z.B. um eine ganz frühe Form des Speiseröhrenkrebses, der nur die oberflächlichen Schleimhautanteile betrifft, ist die lokale Abtragung des Tumors mit einem endoskopischen Verfahren möglich. Wird eher ein fortgeschritteneres Tumorstadium entdeckt, kann vor einer notwendigen Operation eine Bestrahlung bzw. Chemotherapie sinnvoll sein.

Erkrankungen des Magens

Gutartige Magentumoren
Gutartige Magentumore (z.B. Leiomyome) sind seltene Veränderungen des Magens und stellen häufig Zufallsbefunde dar. Aufgrund des Blutungsrisikos sowie zum sicheren Ausschluss einer bösartigen Erkrankung, sollte eine chirurgische Resektion erwogen werden. Dies kann in der Regel mit der sogenannten Schlüssellochchirurgie erfolgen, wo der betroffene Anteil des Magens entfernt wird.

Gastrointestinale Stromatumoren (GIST) des Magens
Die häufigsten Weichgewebstumoren des Verdauungstrakts sind gastrointestinale Stromatumoren (GIST), die vor allem im Magen auftreten können. Dabei sind diese Arten von Tumoren sehr heterogen, sodass bösartige von „weniger bösartigen“ GIST unterschieden werden können. Falls ein GIST auf den Magen lokalisiert ist, sollte eine chirurgische Resektion erfolgen sollte, wobei je nach Tumorgröße magenerhaltend mittels der sogenannten Schlüssellochchirurgie operiert werden kann oder eine komplette Entfernung des Magens erforderlich ist.

Magenkrebs
Der Magenkrebs ist eine bösartige Erkrankung der Schleimhaut des Magens. Neben einer Gewebeprobe des Tumors selbst, sind zusätzliche Untersuchungen notwendig, um das Ausmaß der Tumorerkrankung zu beschreiben. Im so genannten Tumobaord (eine Teamsitzung zwischen Gastroenterologen, Onkologen, Strahlentherapeuten, Radiologen und Chirurgen) wird dann ein individuelles Therapievorgehen für jeden einzelnen Patienten festgelegt. Therapeutisch können unterschiedliche Verfahren zur Anwendung kommen. Handelt es sich z.B. um eine ganz frühe Form des Magenkrebses, der nur die oberflächlichen Schleimhautanteile betrifft, ist die lokale Abtragung des Tumors mit einem endoskopischen Verfahren möglich. Wird eher ein fortgeschritteneres Tumorstadium entdeckt, kann vor einer notwendigen Operation eine Chemotherapie sinnvoll sein.

Erkrankungen des Darms

Wie Sie jetzt wissen, entstehen die Darmkrebserkrankungen sehr langsam durch die Umwandlung eines Darmpolypen in Darmkrebs. Diese Entstehung macht die Vorsorge- und Früherkennungsmaßnahmen so effektiv. Wenn man Darmpolypen rechtzeitig erkennt und entfernt, kann das Risiko an Darmkrebs zu erkranken um 70% – 90% vermindert werden.

Prinzipiell stehen dem Arzt drei Möglichkeiten zur Verfügung, um einen Darmkrebs zu erkennen:

1. Die Tastuntersuchung. Hierbei fühlt der Arzt vorsichtig nach nahe am After liegenden Enddarmveränderungen. Diese lassen sich zum Teil frühzeitig durch eine Tastuntersuchung erkennen.
2. Der Okkultbluttest. Im Anschluss an die Tastuntersuchung wird Ihnen der Arzt einen „Okkulttest“, das heißt einen Test auf verstecktes, nicht sichtbares Blut im Stuhl, mit nach Hause geben. Mit einem Spatel muss dann an drei aufeinander folgenden Tagen jeweils eine Stuhlprobe auf einen der Teststreifen aufgetragen werden. Die verschlossenen Teststreifen werden dann zur Auswertung an den Arzt zurückgeschickt.
Ein negativer Test bedeutet, dass kein Blut im Stuhl vorhanden war. Die Untersuchung ist somit abgeschlossen. Ein negativer Test macht das Vorliegen eines Darmtumors zwar unwahrscheinlich, schließt ihn jedoch nicht vollständig aus, da nicht jeder Tumor oder jede Tumorvorstufe Blut in den Darm absondert.
3. Koloskopie.(Dickdarmspiegelung) Bei einem positiven Befund des Okkultbluttestes wird eine vollständige endoskopische Untersuchung des gesamten Dickdarmes empfohlen, um abzuklären, woher das Blut im Stuhl kommt. Während der Koloskopie kann der Arzt eventuell vorhandene Darmpolypen entfernen. Die entfernten Polypen können anschließend im Labor untersucht werden, um bereits bösartige Polypen zu identifizieren und so herauszufinden, ob eventuell weitere Maßnahmen eingeleitet werden müssen.

Ab einem Alter von 55 Jahren haben gesetzlich Krankenversicherte einen Anspruch auf eine kostenlose Vorsorgekoloskopie, die nach 10 Jahren wiederholt werden sollte. Wir raten dringend dazu, diese Vorsorgeuntersuchungen machen zu lassen, da die Koloskopie nicht nur der Früherkennung des Darmkrebses dient, sondern durch die Abtragung der Darmpolypen bereits die Entstehung von Darmkrebs eingedämmt werden kann.

Sollten Sie Fragen haben, nehmen Sie bitte mit unserem Zentrum Kontakt auf:

– per Telefon: 0203/508-1141; 02064/42-2301
– per Internet: www.klinikum.niederrhein.de
– per Email: ulrike.baumeister@evkln.de; irina.schmidt@evkln.de

Therapie von Darmkrebs
Wenn wir einen Patienten mit der Diagnose „Darmkrebs“ bei uns stationär aufnehmen, entscheiden wir in unserer interdisziplinären Tumorkonferenz, welche Therapie die am besten geeignete für den Patienten ist.
Da sich die Therapie des Rektumkarzinoms (Mastdarmkrebs) grundsätzlich von der Therapie des Kolonkarzinoms (Dickdarmkrebs) unterscheidet, sollten beide Tumorarten getrennt voneinander betrachtet werden. Wir haben in unserem Darmzentrum aus diesem Grund für beide Erkrankungen Behandlungspfade aufgestellt, die sich an den Leitlinien zur Behandlung des kolorektalen Karzinoms orientieren und die wir bei der Therapieentscheidung nutzen.

Therapie des Kolonkarzinoms
Das wichtigste Verfahren zur Behandlung von Darmkrebserkrankungen ist die Operation. Ziel ist hierbei die vollständige Entfernung des Tumors und der entsprechenden Lymphknoten. Nach der Operation werden der entnommene Darmabschnitt und die Lymphknoten vom Pathologen untersucht. Das weitere Vorgehen hängt dann im Wesentlichen davon ab, um welchen Tumortyp es sich handelt und in welchem Stadium sich der Tumor befindet. Die Stadieneinteilung erfolgt durch den Pathologen nach der internationalen TNM-Klassifikation.

TNM ist eine Abkürzung für
• T = Tumor, Beschreibung von Ausdehnung und Verhalten des Tumors
• N = Nodes = Lymphknoten, Fehlen bzw. Vorhandensein von Lymphknoten mit Krebsbefall
• M = Metastasen, Fehlen bzw. Vorhandensein von Tochtergeschwülsten

Aus diesen Angaben kann eine Stadieneinteilung vorgenommen werden. Diese wurde von der „Union internationale contre le cancer“ (UICC) eingeführt und basiert auf statistischen Untersuchungen, die nachweisen, dass sich ab einer bestimmten Größe eines Tumors die Prognose der Erkrankung verschlechtern kann. Die Einstufung einer Tumorerkrankung erlaubt daher prognostische Aussagen und bestimmt häufig auch die weitere Therapie.
UICC-Klassifikation
Stadium Ia Beschränkung der Tumorinfiltration auf die Mukosa und Tela submucosa
Stadium Ib Beschränkung der Tumorinfiltration bis in die Tunica muscularis propria
Stadium II T3 oder T4 ohne Lymphknotenmetastasierung
Stadium III Lymphknotenmetastasierung
Stadium IV Fernmetastase

Stadium I -Tumoren können in den meisten Fällen durch eine Operation geheilt werden. Bei Tumoren in diesem Stadium hat der Krebs die Darmwand nicht durchbrochen, es sind keine Lymphknoten befallen und es wurden keine Metastasen gefunden. In der Regel sind weder eine Chemo- noch eine Strahlentherapie notwendig. Die Durchführung der Nachsorge-Untersuchungen sind erforderlich, um einem möglichen Rückfall rechtzeitig begegnen zu können.

Bei Tumoren im Stadium II wurde die Darmwand vom Tumorgewebe durchbrochen und umliegendes Gewebe kann betroffen sein. In den entnommenen Lymphknoten ließen sich jedoch keine Tumorzellen nachweisen. Bei Tumoren in diesem Stadium entscheiden wir einzelfallabhängig, ob der Patient im Anschluss an die Operation eine Chemotherapie erhalten sollte oder direkt in unser Nachsorgeprogramm aufgenommen wird.

Bei Tumoren im Stadium III wurden in den lokale Lymphknoten um den Tumor herum Krebszellen nachgewiesen. In diesem Fall wird nach der Entfernung des Tumors obligatorisch eine Chemotherapie empfohlen.

Bei Tumoren im Stadium IV liegen Fernmetastasen vor. Dies bedeutet, dass der Krebs sich bereits über die Lymphbahnen in andere Organe ausgebreitet hat. Die primäre Operation dient in erster Linie dazu, einen Darmverschluss zu verhindern und die Funktionsfähigkeit des Darms sicherzustellen. Abhängig von Anzahl und Lage der Metastasen kann es möglich sein, dass auch die Metastasen operativ entfernt werden können. Häufig wird jedoch zuerst eine Chemotherapie durchgeführt, die sich gegen die Metastasen richtet. Sie dient der Verbesserung der Lebensqualität und verlängert die Überlebenszeiten. Bei einigen Patienten wird durch die Chemotherapie ein Schrumpfen der Metastasen erreicht, so dass eine Operation doch noch möglich wird.
Therapie des Rektumkarzinoms (Mastdarmkrebs)

Auch beim Rektumkarzinom stellt die Operation die Therapie der Wahl dar. Je nach Lokalisation (der Mastdarm reicht vom Schließmuskel bis ca. 15 cm weit in das Becken) kann bei sehr frühen Tumorstadien auch eine Operation vom After aus durchgeführt werden (Vollwandoperation / TEM).
Standard bei Mastdarmkrebs stellt die Operation vom Bauchraum aus als sogenannte „tiefe Resektion“ in der Technik der TME (totale mesorectale Resektion) dar. Hierbei wird der Mastdarm mit den anhängenden Lymphdrüsen entfernt, ohne dass der Schließmuskel mit entfernt werden muss.
Bei sehr tief zum Schließmuskel wachsenden Tumoren kann es zur Erzielung einer Heilung notwendig sein, den Schließmuskel mit zu entfernen (Rektumamputation). Dann muss ein endgültiger Seitenausgang angelegt werden. Diese Situation kommt selten vor.

Die Diagnostik bei Verdacht auf einen Mastdarmkrebs umfasst folgende Verfahren:
• Untersuchung einschließlich der Tastuntersuchung des Enddarms
• Rektoskopie (Spiegelung des Mastdarms mit starrem Endoskop) evtl. mit Probeentnahme
• Endosonographie (Ultraschalluntersuchung im Enddarm)
• Ultraschall des Bauchraums
• Computertomografie oder MRT
• Röntgen der Lunge
• Blutuntersuchung

Durch die Ergebnisse dieser Untersuchungen kann bereits ein Tumorstadium festgelegt werden, das der tatsächlichen Ausbreitung des Tumors sehr nahe kommt. Zeigt sich der Tumor bereits lokal ausgebreitet, wird dem Patienten eine Vorbehandlung vor der eigentlichen Operation empfohlen.
Vorbehandlung
Bei einem ausgedehntem Tumor und/oder verdächtigen Lymphknoten wird dem Patienten empfohlen, sich einer Vorbehandlung mit Strahlen- und Chemotherapie zu unterziehen (erfolgt in unserem Darmzentrum).
Die Operation folgt dann nach Abschluss dieser Maßnahmen und erneuter Diagnostik (nach ca. 6 Monaten).
Operation
In der Regel muss der Mastdarm bei einem Rektumkarzinom entfernt werden. In den meisten Fällen kann der Schließmuskel erhalten bleiben, wenn der Tumor einen genügend großen Abstand hat. Der Dickdarm wird wieder an das Mastdarmende angeschlossen.
Nachbehandlung
Wenn eine Vorbehandlung mit Bestrahlung und Chemotherapie erforderlich war, muss in der Regel nach der Operation eine weitere Chemotherapie zum Abschluss der Behandlung erfolgen. Dadurch werden die Chancen auf eine dauerhafte Heilung des Mastdarmkrebses wesentlich verbessert.

Erkrankungen der Galleblase/Gallenwege

Gallenblasentzündung/Gallenblasensteinleiden

Eine Gallenblasenentzündung wird zumeist durch Gallenblasensteine verursacht, die häufig einen rechtsseitigen Oberbauch-Schmerz verursacht. Kommt es darüber hinaus zu einer Steinwanderung in das Gallengangssystem so klagen Patienten über kolikartige Schmerzen.
In der Regel sollte bei symptomatischen Patienten die Entfernung der Gallenblase erfolgen, was in in mehr als 90% der Fälle durch eine „Schlüsselloch-Technik“ erfolgt. Falls auch Steine im Gallengangssystem sich befinden, sollten diese vor der Operation durch ein endoskopisches Verfahren entfernt werden.

Krebs der Gallenblase bzw. Gallenwege

Bösartige Erkrankungen der Gallenblase bzw. Gallengänge sind sehr selten. Auch hier ist die aktuell einzig verfügbare Methode zur kompletten Tumorheilung einer chirurgischen Therapie, die aber auch eine lokale Tumorbegrenzung voraussetzt.

Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse

Akute und chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung

Eine akute Entzündung der Bauchspeicheldrüse verursacht eine Schädigung bzw. den Untergang von Bauchspeicheldrüsenzellen. Dabei werden 2 Formen unterschieden: die „mildere“ Form, eine sog. ödematöse Bauchspeicheldrüsenentzündung und die „schwere“ Verlaufsform, die sog. nekrotisierende Bauchspeicheldrüsenentzündung. In beiden Fällen ist es wichtig die Ursache der akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung zu erkennen und wenn möglich zu behandeln.

Kommt es zu immer wiederkehrenden Entzündungen der Bauchspeicheldrüse, spricht man von einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung. Dabei kommt es im Verlauf zu einem Untergang vom funktionierenden Bauchspeicheldrüsengewebe und es entsteht Narbengewebe. Patienten mit einer chronischen Pankreatitis klagen häufig über Oberbauchschmerzen, Völlegefühl, Zuckerkrankheit oder Gewichtsverlust. In bestimmten Fällen kann eine operative Versorgung sinnvoll sein, die individuell für jeden einzelnen Patienten festgelegt werden sollte.

Bauchspeicheldrüsenkrebs

Bösartige Tumoren der Bauchspeicheldrüse betreffen vor allem das Gangsystem im sogenannten Pankreaskopf-Bereich. Häufig ist die Beschwerdesymptomatik bei Bauchspeicheldrüsenkrebs sehr uncharakteristisch mit Schmerzen im Oberbauch-bzw. Rücken-Bereich. Die aktuelle einzig verfügbare Methode zur kompletten Tumorheilung besteht in einer chirurgischen Therapie, die aber nur durchgeführt werden kann, wenn der Tumor noch lokal begrenz ist.

Erkrankungen der Leber

Hämangiom

Hämangiome sind gutartige Blutgefäßgeschwülste der Leber, die in der Regel keinen Krankheitswert besitzen. Wenn jedoch die Hämangiome eine sehr ausgeprägte Größe besitzen und beim Patienten eine Bauchschmerz-Symptomatik verursachen, sollte eine chirurgische Entfernung erwogen werden.

Leberzyste

Leberzysten sind gutartige flüssigkeitsgefüllte Hohlräume der Leber, die in der Regel keine Beschwerden verursachen und eher zufällig entdeckt werden. Selten könne sie eine gewisse Größe erreichen, die eine Bauchschmerz-Symptomatik verursachen. Dann sollte eine operative Versorgung der Zysten diskutiert werden.

Leberzelladenom

Bei den Leberzelladenomen handelt es sich um gutartige Gewebeknoten, die vor allem bei Frauen im gebährfähigen Alter auftreten. Da Adenome im Verlauf entarten und spontane Blutungen verursachen können, sollte eine operative Entfernung erfolgen.

Fokal noduläre Hyperplasie (FNH)

Die fokal noduläre Hyperplasie (FNH) ist eine gutartige Veränderung der Leber, die vor allem bei Frauen als kleine Läsionen auftreten. Im Gegensatz zu Adenomen besitzen Sie kein Entartungs- oder Blutungsrisiko, sodass nur in seltenen Fällen bei entsprechender Beschwerdesymptomatik eine operative Entfernung notwendig ist.

Leberkrebs

Leberkrebs, ein sogenanntes primäres Leberzellkarzinom, geht von den Zellen (Hepatozyten) der Leber selbst aus. In der Regel entwickelt sich ein solch bösartiger Tumor auf dem Boden einer Leberzirrhose. Wesentliche Ursachen der Leberzirrhose sind vor allem chronischer Alkoholkonsum sowie eine chronische Virushepatitis. Eine chirurgische Resektion ist bei Patienten ohne bzw. mit nur geringer Leberzirrhose Methode der Wahl. Hingegen stellt die Lebertransplantation für die meisten Patienten den einzigen Therapieansatz dar, der eine komplette Tumorheilung erzielen kann.

Lebermetastasen

In Europa sind fast 90% aller bösartigen Lebertumoren Lebermetastasen, die Absiedlungen anderer Tumorerkrankungen darstellen. Vor allem können Lebermetastasen bei bösartigen Tumoren des Dickdarms aber auch der Brust, Niere, Bauchspeicheldrüse und des Magens auftreten. Die chirurgische Resektion von Lebermetastasen stellt immer eine ganz individuelle Therapieentscheidung dar und wird durch den Ausmaß der Grunderkrankung sowie die Anzahl und Lage der Metastasen beeinflusst.

Erkrankungen der Arterien

Hauptschlagader (Aorta)

Was ist ein Aortenaneurysma?

Ein Aneurysma ist die Erweiterung eines Blutgefäßes um mehr als 50% des Durchmessers (> 1,5fach). Die Hauptschlagader stellt dabei das größte Blutgefäß des menschlichen Körpers dar, in dem sauerstoffreiches Blut zur Versorgung der unterschiedlichen Organe und Körperregionen fliest. Etwa 80% aller Aneurysmen der Hauptschlagader befinden sich im Bauchbereich unterhalb der Nierenarterien-abgänge.
Was sind die Folgen?
Aufgrund des pulssynchronen Druckes des Blutstroms in der Hauptschlagader kann eine Erweiterung platzen (Ruptur). Das Risiko des Platzens erhöht sich dabei mit der Größe des Durchmessers. Aber auch andere Risikofaktoren beeinflussen die Wahrscheinlichkeit der Ruptur. Dazu zählen die Form des Aneurysmas (sackförmig), Bluthochdruck, Zusatzerkrankungen wie obstruktive Lungenerkrankungen, Folgrn des Rauchens oder eine familiäre Veranlagung. Die Ruptur des Aneurysmas kann schnell zum inneren Verbluten führen. Auch wenn eine Notoperation möglich ist – fast 80% der Patienten erreichen nicht mehr das Krankhaus und in 90% der Fälle endet eine Ruptur tödlich.
Wie kann man ein Aortenaneurysma entdecken und welche Beschwerden macht es?
In der Regel macht das Aortenaneurysma keine Beschwerden, so dass meist die Diagnose zufällig gestellt wird. Die Diagnose eines Aortenaneurysmas kann durch verschiedene bildgebende Verfahren gesichert werden. Die einfachste und effektivste Untersuchungsmethode stellt die Ultraschalluntersuchung dar, mit der Aneurysmen auch im Verlauf kontrolliert werden können, falls noch keine Operation notwendig ist. Zur genaueren Beurteilung und Planung der geeigneten operativen Therapie sollte eine Angio- Computertomographie (Angio-CT) durchgeführt werden. Auch die Magnetresonanztomographie (MRT) kann ein Bauchaortenaneurysma darstellen, ist aber aufgrund der langen Untersuchungsdauer und der Störanfälligkeit bzw. Nicht-Durchführbarkeit bei metallhaltigen Implantaten im Körper bei der Diagnostik nur selten eingesetzt und hilfreich.
Treten Beschwerden in Zusammenhang mit einem Bauchaortenaneurysma auf, so ist es höchste Zeit, das Krankenhaus aufzusuchen: meist sind es in Bauch- oder Rückenschmerzen. Es kann durchaus zu Verwechslungen mit anderen Erkrankungen kommen.
Bei sehr schlanken Patienten oder sehr großen Aneurysmen lassen sich diese als pulsierender Tumor im Bauchraum tasten.
Wenn das Aneurysma platzt, bestehen meist Vernichtungsschmerzen im Bauch oder Rücken. Durch den folgenden großen Blutverlust kann es schnell zur Kreislaufschwäche bis hin zur Bewusstlosigkeit kommen.
Wichtig ist auch, dass andere Stellen des Körpers auf Gefäßaneurysmen untersucht werden, da diese bei Patienten mit einem Bauchaortenaneurysma auch betroffen sein können. Als wichtigste Stellen zählen dazu die Kniekehlen-, Leisten und Halsregion.
Wann muss ein Bauchaortenaneurysma behandelt werden?
Die Notwendigkeit einer Operation hängt insbesondere vom Durchmesser, aber auch von der Form des Aneurysmas ab. Notwendig wird eine OP ab einem Durchmesser von ca. 5 cm. Bei einem schnellen Größenwachstum, symptomatischem Aneurysma sowie bei Aneurysmen mit spezieller Form muss unter Umständen auch schon bei geringerem Durchmesser operiert werden.
Das Operationsrisiko für Aortenaneurysmen hängt von mehreren Faktoren ab (u.a. Lokalisation, Gesundheitszustand des Patienten). Das individuelle Risiko und die unterschiedlichen Therapiemöglichkeiten mit ihren Vor- und Nachteilen sollten Sie sich in unserer Gefäßsprechstunde genauer erläutern lassen. Hier steht Ihnen unser komoetentes Team für ein Gespräch zur Verfügung.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Konservative Therapie
Bei Aneurysmen, die noch nicht die Voraussetzung für eine operative Behandlung erfüllen, sollte eine medikamentöse = konservative Therapie durchgeführt werden. Diese muss individuell an die Situation des Patienten angepasst werden und beinhaltet u.U. Medikamente zur Blutdruck- und Cholesterinsenkung, aber auch zur Hemmung der Funktion der Blutplättchen.
Auch der Patient kann zu einer Verminderung des Risikos beitragen, indem er eine gesündere und bewußtere Lebensführung wählt.

Offene Operation
Bei der offen-chirurgischen Operation wird über einen Bauchschnitt der erweiterte Abschnitt der Hauptschlagader durch eine sogenannte Gefäßprothese ersetzt. Dabei wird diese Prothese im Sinne eines „Ersatzrohres“ an die gesunden Anteile der Hauptschlagader angenäht. Der Vorteil dieses Operationsverfahrens liegt darin, dass nur wenige Nachuntersuchungen und sehr selten weitere Eingriffe erforderlich sind. Nachteile bestehen in der größeren Herzbelastung während der Operation, dem größeren Zugang mit Eröffnung der Bauchhöhle und der u.U. längeren Erholungsphase nach der Operation.

Endovaskuläre (minimalinvasive) Operation
Bei der minimalinvasiven Operation (EndoVascular Aneurysm Repair) wird eine zusammengefaltete Stentprothese über die Leistenschlagadern in die Hauptschlagader eingebracht und dort unter Röntgenkontrolle entfaltet. Das Blut fließt durch die in der Hauptschlagader liegende Prothese und nicht mehr durch das Aneurysma. Der Vorteil dieser Methode ist die geringe Herzbelastung, so dass dieses Verfahren auch bei herzkranken Patienten angewandt werden kann. Die Operation erfordert in der Regel zwei kleine Schnitte in der Leiste, eine schnelle Erholung nach der Operation ist die Regel.
Zur Behandlung von langstreckigen Aneurysmen können u.U. Spezialprothesen notwendig sein, die kleine Öffnungen oder Ärmchen besitzen, um betroffene Organarterien mit zu behandeln.
Allerdings erfordern diese Verfahren gelegentlich Folgeeingriffe, die meist über risikoarme Katheterverfahren durchgeführt werden können. Darüber hinaus müssen langfristig regelmäßige Nachuntersuchungen mittels Ultraschall und Computertomographie (CT) erfolgen.

Erkrankungen der Halsschlagader (Arteria Carotis)
Was ist eine Carotisstenose und was sind die Folgen?
Bei der Carotisstenose handelt es sich um eine Verengung (Stenose) der inneren, hirnversorgenden Halsschlagader (Arteria carotis interna, ACI). Etwa 15% der über 70 jährigen haben eine nachweisbare Carotisstenose, die häufig als Zufallsbefund bei einer Ultraschalluntersuchung festgestellt wird.
Liegt eine höhergradige (<70%) Verengung vor, so besteht ein erhöhtes Risiko einen Schlaganfall zu erleiden. Ein Schlaganfall ist die Folge einer plötzlichen Durch-blutungsstörung des Gehirns.Hierbei kommt es im schlimmsten Fall zu einer dauerhaften Schädigung des Gehirngewebes, aufgrund des Sauerstoffmangels. Ungefähr 200.000 Menschen erleiden in Deutschland jährlich einen Schlaganfall. Frühe Warnsymptome eines Schlaganfalls können plötzlich einsetzende und vorübergehende Sehstörungen, Sprachstörungen, Gefühlsstörungen und Lähmungserscheinungen der Arme oder Beine sein, bei deren Auftreten eine sofortige medizinische Abklärung erfolgen muss.

Wie entsteht eine Carotisstenose und wie wird sie diagnostiziert?

Ursache der Carotisstenose ist in der Regel die Arteriosklerose (Gefäßverkalkung), bei der es zu einer Plaquebildung (Ablagerungen aus Blutfetten, Blutgerinnseln und Kalkschollen) an der Gefäßwand mit resultierender Verengung des Gefäßes kommt. Risikofaktoren, die eine Arteriosklerose begünstigen, sind Rauchen, hoher Blutdruck, Blutzuckerkrankheit (Diabetes mellitus), erhöhtes Cholesterin sowie eine familiäre Veranlagung.
Die Diagnose einer Carotisstenose wird durch eine Ultracshalluntersuchung (Duplexsonographie) gestellt. Bei nicht eindeutigem Befund und zur Planung einer etwaigen Behandlung wird in der Regel eine Magnetresonanztomographie (ohne Strahlenbelastung) mit Darstellung der Gefäße und des Gehirns durchgeführt. In Ausnahmen (Herzschrittmacherträger, Hüft- / Knieprothesen) wird eine Computertomographie (mit Röntgenstrahlen) notwendig. Ausführliche Informationen zu dieser und weiteren Untersuchungsmöglichkeiten können Sie mit unseren Ärzten in der Gefäßsprechstunde besprechen.

Wann muss eine Carotisstenose behandelt werden?

Bei geringer Verengung der Halsschlagader sind regelmäßige Ultraschallkontrollen notwendig und ausreichend. Bei ausgeprägter Verengung der Halsschlagader ohne Symptome sollte eine Operation in Betracht gezogen werden. Bei einer Carotisstenose mit bereits aufgetretenen Symptomen (Sehstörungen, Sprachstörungen, Lähmungen (Arme und Beine), plötzliche heftige Kopfschmerzen, Schwindelanfälle) oder einem kompletten Schlaganfall muss eine sofortige stationäre Aufnahme und u.U. zeitnahe Operation erfolgen. Bei einer arteriosklerotischen Carotsisstenose sollte die unterstützende medikamentöse Behandlung (ASS, Statin) dauerhaft durchgeführt werden. Blutdruck, Diabetes und Cholesterin müssen regelmäßig kontrolliert und optimal eingestellt werden.
Welche Behandlungsoptionen gibt es?
Operation – Carotis-Thrombendarteriektomie
Die Operation wird bei uns in Vollnarkose durchgeführt. Bei der Operation wird die Halsschlagader über einen kleinen Schnitt am Hals dargestellt und die Verkalkung ausgeschält. Je nach Befund wird zur Rekonstruktion anschließend eine Patchplastik (Kunststoffflicken) durchgeführt oder das abgetrennte Gefäß direkt wieder angenäht. Während der Operation wird die Gehirndurchblutung mittels eines kleinen Röhrchens im Gefäß (Shunt) aufrechterhalten.

Intervention – Carotis-Stent-Implantation

Die Stent-Angioplastie (Aufdehnung des Gefäßes und Stützung mittels Gittergerüst) der verengten Halsschlagader wird über die Leiste durchgeführt. Dies wird jedoch nur in speziellen Einzelfällen (vornehmlicher Patientenwunsch, anatomische Gründe) und im Rahmen von Studien durchgeführt.
Insgesamt handelt es sich um einen unkomplizierten Eingriff, der Patienten vor einem Schlaganfall mit schwerwiegenden Folgen bewahren kann. Der stationäre Aufenthalt beträgt normalerweise nur wenige Tage.

Wie geht es nach einer Operation weiter?

Nach der Operation und entsprechender Erholungsphase können Sie sich uneingeschränkt belasten. Nachuntersuchungen werden als Ultraschallkontrolle durchgeführt. Die unterstützende, medikamentöse Behandlung sollte dauerhaft weitergeführt werden. Blutdruck, Diabetes und Cholesterin sollten regelmäßig kontrolliert und optimal eingestellt werden.

pAVK (Durchblutungsstörung)

Wie entsteht eine Durchblutungsstörung der Gliedmaßen (pAVK)?
Die pAVK (periphere arterielle Verschlusskrankheit) ist eine verkalkungsbedingte Verengung der Schlagadern an den (Armen) und Beinen, die zu Durchblutungsstörungen führen können. Typischerweise sind die Beine betroffen. Durchblutungsstörungen der Becken- und Beinschlagadern sind in den allermeisten Fällen die Folge einer fortschreitenden Arterienverkalkung (Arteriosklerose). Unser Körper lagert im Laufe des Lebens Fette und Kalk in die Arterienwände ein. Dieser schleichende Prozess führt zu einem allmählichen Verschluss der Blutgefäße. An solchen Verkalkungen können Blutgerinnsel entstehen und plötzlich oder langsam fortschreitend einen vollständigen Gefäßverschluss hervorrufen.
Was sind die Folgen?
Eine Verengung oder ein Verschluss der Schlagadern an den Gliedmaßen kann zu Durchblutungsstörung und eingeschränkter Bewegungsmöglichkeit im Sinne der sogenannten „Schaufensterkrankheit“ und schlimmstenfalls zur Amputation führen.
Welche Beschwerden macht eine pAVK?
Die Erkrankung pAVK wird anhand der Symptomatik und Ausprägung in vier Stadien eingeteilt:
• Stadium I
Es bestehen Gefäßverkalkungen, die jedoch keine Beschwerden machen.
• Stadium II
Die Erkrankung macht sich im Sinne der sogenannten „Schaufensterkrankheit“ (Claudicatio intermittens) bemerkbar. Dabei treten nach einer bestimmten Gehstrecke Muskelschmerzen in Wade, Oberschenkel oder Gesäß auf.
• Stadium III
Es bestehen auch in Ruhe Schmerzen, die klassischerweise im Fuß oder in den Zehen lokalisiert sind.
• Stadium IV
Es besteht ein Defekt an der Haut oder auch tieferen Gewebeschichten. Dies hat eine Entstehung von offenen Stellen am Unterschenkel/Fuß (Ulcus) oder ein Absterben von Fußzehen/Teile des Fußes zur Folge. Diese Bereiche werden erst bläulich/weiß und im weiteren Verlauf werden Teile des Fußes schwarz. Es handelt sich um abgestorbenes Gewebe. Der betroffene Gewebeteil muss in der Regel im Verlauf amputiert werden.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Unser Spektrum zur Behandlung der Durchblutungsstörung (pAVK) umfasst offen-chirurgische und minimalinvasive Verfahren. Konservative Therapien wie Gehtraining, die Einnahme durchblutungsfördernder Medikamente, ein gut eingestellter Blutdruck, etc. werden kombiniert eingesetzt.
Katheterverfahren
Dieses Verfahren hat in den letzten Jahren immer stärkere Bedeutung, da hier bereits mit relativ geringem Aufwand (Eingriff in lokaler Betäubung möglich) eine deutliche Linderung der Beschwerden erreicht und somit eine Operation eventuell aufgeschoben werden kann. Der Katheter wird über einen kleinen Einstich (meistens in der Leiste, wie bei einem Herzkatheter) in die Schlagader eingebracht. Unter Röntgenkontrolle wird die Engstelle aufgedehnt (Angioplastie) oder ein Verschluss wieder durchgängig gemacht. Bei Bedarf wird auch ein Gitterrohr (Stent) zum Offenhalten der Schlagader eingesetzt. Diese Methode ist sehr schonend. Sie erfordert in der Regel nur einen kurzen Krankenhausaufenthalt.
Offen-chirurgisch
In einigen Fällen ist die offen-chirurgische Operation die beste Methode, um die Durchblutung der betroffenen Gliedmaße wiederherzustellen. Die Möglichkeiten reichen von Ausschälen der Gefäßinnenschicht bis hin zu Bypassoperationen, so dass die Durchblutung des Beines verbessert ist.
Kombination von Katheter und chirurgischen Verfahren (Hybridtechnik)
Die Kombination aus Katheterverfahren und Operation ermöglicht oft auch bei komplexeren Gefäßverengungen in unterschiedlichen Körperregionen eine effektive Durchblutungsverbesserung.

Was können Sie als Patient selber tun?

Wenn die arterielle Durchblutungsstörung noch nicht weit fortgeschritten ist, kann regelmäßiges, konsequentes und intensives Gehtraining in Verbindung mit den richtigen Medikamenten eine deutliche Linderung der Beschwerden und eine Verlängerung der Gehstrecke erreichen. Ein spezielles, regelmäßiges Training kann außerdem bewirken, dass sich die kleinen Gefäße, die um das verengte Gefäß herum liegen, erweitern. So kann mehr sauerstoffreiches Blut in die Beinmuskulatur transportiert werden. In jedem Fall sollte eine Durchblutungsstörung der Beine von einem Gefäßspezialisten untersucht werden, um frühzeitig die entsprechende Diagnostik und evtl. Therapie einleiten zu können.

Dialyse-Shunt-Chirurgie
Was ist ein Shunt?

Die Nieren sind in unserem Körper für die Ausscheidung von sauren Stoffwechselprodukten und überschüssigem Wasser zuständig. Wenn sie in ihrer Funktion nachlassen, kommt es zu einer langsamen Vergiftung des Körpers durch diese Abfallprodukte. Sinkt die Nierentätigkeit auf 10-15% herab, ist eine Dialyse (Blutwäsche) erforderlich, um das Blut zu reinigen. Dazu ist ein ständiger Zugang zu den Blutgefäßen nötig. Unter einem Shunt versteht man eine Querverbindung zwischen einer Schlagader (Arterie) und einer Vene. In der Schlagader liegt ein höherer Blutdruck vor als in der Vene. Dieser Druck führt zu einer Aufdehnung der Vene, die Venenwand verdickt sich, so dass diese leicht durchstochen (punktiert) werden kann. Damit ist ein einfacher Zugang für die Dialyse möglich. Meist wird der Shunt an einem Arm angelegt.

Wann wird ein Shunt angelegt?

Für die Blutwäsche (Dialyse) muss dreimal pro Woche eine Kanüle in den Shunt gestochen werden, um das Blut zur Reinigung aus dem Körper zu pumpen. Ein so häufiges Anstechen (Punktieren) verträgt eine normale Vene nicht, sie würde sich entzünden und verkleben. Außerdem fließt nicht genügend Blut durch sie hindurch. Die Schlagadern sind zu schmal zum Punktieren und liegen tief in den Muskeln. Deshalb muss für die Dialyse ein Shunt operativ angelegt werden. Es dauert in der Regel 6 – 8 Wochen bis der Shunt zum ersten Mal für die Dialyse genutzt werden kann. Die Operation sollte deshalb möglichst frühzeitig erfolgen, damit der Shunt zur Verfügung steht, wenn mit der Blutwäsche begonnen werden muss.
Welche Untersuchungen sind vor der Operation notwendig?
In einer klinischen Untersuchung wird der Arzt die Venen an ihren Armen genau abtasten und abhören, zusätzlich wird eine Blutdruckmessung an beiden Armen durchgeführt. Mit Hilfe eines Ultraschallgeräts wird eine Duplexsonographie durchgeführt, um den Verlauf und den Durchmesser der Venen sowie das Flussverhalten des Blutes exakt beurteilen zu können
Wie wird ein Shunt angelegt?
Die Operation erfolgt meist in Lokalanästhesie oder örtlicher Betäubung, seltener in Narkose. Wenn es die Blutgefäße zulassen, wird der Shunt meist am Unterarm angelegt. Es besteht aber auch die Möglichkeit auf die Ellenbeuge, den Oberarm oder den Oberschenkel auszuweichen. Dabei wird über einen kleinen Schnitt die Haut eröffnet, um Schlagader und Vene aufzusuchen. Die Vene wird durchtrennt und auf die Schlagader aufgenäht. Das andere Ende der Vene wird verschlossen. Meist ist diese direkte Verbindung möglich. Jedoch bei ungünstigen Verhältnissen (z.B. sehr dünne Gefäße) werden Vene und Arterie durch eine künstliche Ader (Prothese) oder eine eigene Vene (z. B. aus dem Bein) verbunden.

Wie geht es nach der Operation weiter?

Im Laufe von Wochen kommt es zur Ausprägung („Reifung“) des Shuntes. Diese sogenannte Reifung kann wesentlich durch tägliches „Shunttraining“ (z.B. Handübungen mit Ball oder Gummiring) beschleunigt werden. Eine erste Punktion kann letztendlich nach ca. 6 Wochen erfolgen. Falls Kunststoff eingesetzt wurde, kann dieser nach abgeschlossener Wundheilung punktiert werden. Die weiteren Kontrollen übernehmen unsere Kollegen der Nephrologie (Dialysearzt).

Venenerkrankungen

Wie entstehen Krampfadern?
Eine wesentliche Ursache für dieses Krankheitsbild ist eine Bindegewebsschwäche mit Schwächung der Venenwand. In den meisten Fällen ist diese angeboren. Verstärkt wird die Varicose vor allem durch Übergewicht, langes Stehen, Schwangerschaft und Bewegungsmangel.
Was sind die Folgen?
Aus der Erweiterung der Venen resultiert ein „Versacken“ des Blutes in den Beinen. Bemerkbar machen sich die Folgeschäden durch „schwere Beine“, Kribbelgefühl, Schwellneigung der Knöchel nach längerem Stehen oder am Abend. Unbehandelt kann die Erkrankung auf die tiefen Venen übergehen und sich daraus im Endstadium das Bild eines „offenen Beines“ (Ulkus) entwickeln.
Welches sind die häufigsten Krampfaderleiden?
Stammvarikosis
Bei der Stammvarikosis ist eine der sog. Stammvenen betroffen (vordere Stammvene: Innenseite des Ober- und Unterschenkels; hintere Stammvene: Hinterseite des Unterschenkels). Sie kann unbehandelt schmerzhafte Komplikationen und Hautveränderungen bis hin zum Venengeschwür verursachen.

Seitenastvarikosis
Diese Form der Varikosis tritt oft kombiniert mit einer Stammvarikosis auf und kann die Beschwerden deutlich verstärken und zu „offenen“ Stellen am Unterschenkel führen.

Besenreiservarikosis
Hierbei handelt es sich um kleinste, erweiterte Venen in der Haut. Diese haben in der Regel nur kosmetische Bedeutung, sie können aber auf eine nicht sichtbare Stammvenenvarikosis hinweisen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Offen-chirurgische Verfahren
Bei diesem chirurgischen Eingriff wird ein kleiner Schnitt in der Leiste angelegt und die variköse Vene im Bereich ihrer Einmündung in die tiefe Vene unterbunden und durchtrennt. Mit Hilfe einer Sonde wird dann der kranke Anteil der Vene herausgezogen (Stripping). Weitere kleine Schnitte dienen zur Entfernung von erweiterten Seitenästen. Der Eingriff erfolgt ambulant oder stationär.

Endovenöse Behandlung
… muss noch ergänzt werden

Sklerosierung (Verödung)
Mit der Injektion eines Verödungsmittels in die Varize wird eine künstliche Venenentzündung provoziert, die zu einer bindegewebigen Umwandlung der erweiterten Vene führt. Diese Methode wird bei Seitenast- und Besenreiservarizen aus kosmetischen Gründen bevorzugt. Das Verödungsmittel kann auch aufgeschäumt werden, wodurch die Wirkung intensiviert wird (Schaumsklerosierung). Bei ausgeprägten und großflächigen Befunden sind auch mehrere Behandlungen erforderlich, denn die Menge des verwendeten Verödungsmedikaments ist jeweils zu begrenzen.
Der Eingriff erfolgt ambulant und wird bei uns derzeit nur ausnahmsweise durchgeführt.
Strumpfkompression
Für alle dargestellten Therapien der Varikosis gilt die Empfehlung einer Kompressionsbehandlung für 1-2 Wochen mit Stützstrümpfen einer bestimmten Kompressionsklasse, die individuell verordnet werden und meist oberschenkellang sein sollten.