Evangelisches Krankenhaus Dinslaken
Evangelisches Krankenhaus Duisburg-Nord

Gefäßchirurgische Erkrankungen

Hauptschlagader (Aorta)

Was ist ein Aortenaneurysma?

Ein Aneurysma ist die Erweiterung eines Blutgefäßes um mehr als 50% des Durchmessers (> 1,5fach). Die Hauptschlagader stellt dabei das größte Blutgefäß des menschlichen Körpers dar, in dem sauerstoffreiches Blut zur Versorgung der unterschiedlichen Organe und Körperregionen fliest. Etwa 80% aller Aneurysmen der Hauptschlagader befinden sich im Bauchbereich unterhalb der Nierenarterien-abgänge.
Was sind die Folgen?
Aufgrund des pulssynchronen Druckes des Blutstroms in der Hauptschlagader kann eine Erweiterung platzen (Ruptur). Das Risiko des Platzens erhöht sich dabei mit der Größe des Durchmessers. Aber auch andere Risikofaktoren beeinflussen die Wahrscheinlichkeit der Ruptur. Dazu zählen die Form des Aneurysmas (sackförmig), Bluthochdruck, Zusatzerkrankungen wie obstruktive Lungenerkrankungen, Folgrn des Rauchens oder eine familiäre Veranlagung. Die Ruptur des Aneurysmas kann schnell zum inneren Verbluten führen. Auch wenn eine Notoperation möglich ist – fast 80% der Patienten erreichen nicht mehr das Krankhaus und in 90% der Fälle endet eine Ruptur tödlich.
Wie kann man ein Aortenaneurysma entdecken und welche Beschwerden macht es?
In der Regel macht das Aortenaneurysma keine Beschwerden, so dass meist die Diagnose zufällig gestellt wird. Die Diagnose eines Aortenaneurysmas kann durch verschiedene bildgebende Verfahren gesichert werden. Die einfachste und effektivste Untersuchungsmethode stellt die Ultraschalluntersuchung dar, mit der Aneurysmen auch im Verlauf kontrolliert werden können, falls noch keine Operation notwendig ist. Zur genaueren Beurteilung und Planung der geeigneten operativen Therapie sollte eine Angio- Computertomographie (Angio-CT) durchgeführt werden. Auch die Magnetresonanztomographie (MRT) kann ein Bauchaortenaneurysma darstellen, ist aber aufgrund der langen Untersuchungsdauer und der Störanfälligkeit bzw. Nicht-Durchführbarkeit bei metallhaltigen Implantaten im Körper bei der Diagnostik nur selten eingesetzt und hilfreich.
Treten Beschwerden in Zusammenhang mit einem Bauchaortenaneurysma auf, so ist es höchste Zeit, das Krankenhaus aufzusuchen: meist sind es in Bauch- oder Rückenschmerzen. Es kann durchaus zu Verwechslungen mit anderen Erkrankungen kommen.
Bei sehr schlanken Patienten oder sehr großen Aneurysmen lassen sich diese als pulsierender Tumor im Bauchraum tasten.
Wenn das Aneurysma platzt, bestehen meist Vernichtungsschmerzen im Bauch oder Rücken. Durch den folgenden großen Blutverlust kann es schnell zur Kreislaufschwäche bis hin zur Bewusstlosigkeit kommen.
Wichtig ist auch, dass andere Stellen des Körpers auf Gefäßaneurysmen untersucht werden, da diese bei Patienten mit einem Bauchaortenaneurysma auch betroffen sein können. Als wichtigste Stellen zählen dazu die Kniekehlen-, Leisten und Halsregion.
Wann muss ein Bauchaortenaneurysma behandelt werden?
Die Notwendigkeit einer Operation hängt insbesondere vom Durchmesser, aber auch von der Form des Aneurysmas ab. Notwendig wird eine OP ab einem Durchmesser von ca. 5 cm. Bei einem schnellen Größenwachstum, symptomatischem Aneurysma sowie bei Aneurysmen mit spezieller Form muss unter Umständen auch schon bei geringerem Durchmesser operiert werden.
Das Operationsrisiko für Aortenaneurysmen hängt von mehreren Faktoren ab (u.a. Lokalisation, Gesundheitszustand des Patienten). Das individuelle Risiko und die unterschiedlichen Therapiemöglichkeiten mit ihren Vor- und Nachteilen sollten Sie sich in unserer Gefäßsprechstunde genauer erläutern lassen. Hier steht Ihnen unser komoetentes Team für ein Gespräch zur Verfügung.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Konservative Therapie
Bei Aneurysmen, die noch nicht die Voraussetzung für eine operative Behandlung erfüllen, sollte eine medikamentöse = konservative Therapie durchgeführt werden. Diese muss individuell an die Situation des Patienten angepasst werden und beinhaltet u.U. Medikamente zur Blutdruck- und Cholesterinsenkung, aber auch zur Hemmung der Funktion der Blutplättchen.
Auch der Patient kann zu einer Verminderung des Risikos beitragen, indem er eine gesündere und bewußtere Lebensführung wählt.

Offene Operation
Bei der offen-chirurgischen Operation wird über einen Bauchschnitt der erweiterte Abschnitt der Hauptschlagader durch eine sogenannte Gefäßprothese ersetzt. Dabei wird diese Prothese im Sinne eines „Ersatzrohres“ an die gesunden Anteile der Hauptschlagader angenäht. Der Vorteil dieses Operationsverfahrens liegt darin, dass nur wenige Nachuntersuchungen und sehr selten weitere Eingriffe erforderlich sind. Nachteile bestehen in der größeren Herzbelastung während der Operation, dem größeren Zugang mit Eröffnung der Bauchhöhle und der u.U. längeren Erholungsphase nach der Operation.

Endovaskuläre (minimalinvasive) Operation
Bei der minimalinvasiven Operation (EndoVascular Aneurysm Repair) wird eine zusammengefaltete Stentprothese über die Leistenschlagadern in die Hauptschlagader eingebracht und dort unter Röntgenkontrolle entfaltet. Das Blut fließt durch die in der Hauptschlagader liegende Prothese und nicht mehr durch das Aneurysma. Der Vorteil dieser Methode ist die geringe Herzbelastung, so dass dieses Verfahren auch bei herzkranken Patienten angewandt werden kann. Die Operation erfordert in der Regel zwei kleine Schnitte in der Leiste, eine schnelle Erholung nach der Operation ist die Regel.
Zur Behandlung von langstreckigen Aneurysmen können u.U. Spezialprothesen notwendig sein, die kleine Öffnungen oder Ärmchen besitzen, um betroffene Organarterien mit zu behandeln.
Allerdings erfordern diese Verfahren gelegentlich Folgeeingriffe, die meist über risikoarme Katheterverfahren durchgeführt werden können. Darüber hinaus müssen langfristig regelmäßige Nachuntersuchungen mittels Ultraschall und Computertomographie (CT) erfolgen.

Erkrankungen der Halsschlagader (Arteria Carotis)
Was ist eine Carotisstenose und was sind die Folgen?
Bei der Carotisstenose handelt es sich um eine Verengung (Stenose) der inneren, hirnversorgenden Halsschlagader (Arteria carotis interna, ACI). Etwa 15% der über 70 jährigen haben eine nachweisbare Carotisstenose, die häufig als Zufallsbefund bei einer Ultraschalluntersuchung festgestellt wird.
Liegt eine höhergradige (<70%) Verengung vor, so besteht ein erhöhtes Risiko einen Schlaganfall zu erleiden. Ein Schlaganfall ist die Folge einer plötzlichen Durch-blutungsstörung des Gehirns.Hierbei kommt es im schlimmsten Fall zu einer dauerhaften Schädigung des Gehirngewebes, aufgrund des Sauerstoffmangels. Ungefähr 200.000 Menschen erleiden in Deutschland jährlich einen Schlaganfall. Frühe Warnsymptome eines Schlaganfalls können plötzlich einsetzende und vorübergehende Sehstörungen, Sprachstörungen, Gefühlsstörungen und Lähmungserscheinungen der Arme oder Beine sein, bei deren Auftreten eine sofortige medizinische Abklärung erfolgen muss.

Wie entsteht eine Carotisstenose und wie wird sie diagnostiziert?

Ursache der Carotisstenose ist in der Regel die Arteriosklerose (Gefäßverkalkung), bei der es zu einer Plaquebildung (Ablagerungen aus Blutfetten, Blutgerinnseln und Kalkschollen) an der Gefäßwand mit resultierender Verengung des Gefäßes kommt. Risikofaktoren, die eine Arteriosklerose begünstigen, sind Rauchen, hoher Blutdruck, Blutzuckerkrankheit (Diabetes mellitus), erhöhtes Cholesterin sowie eine familiäre Veranlagung.
Die Diagnose einer Carotisstenose wird durch eine Ultracshalluntersuchung (Duplexsonographie) gestellt. Bei nicht eindeutigem Befund und zur Planung einer etwaigen Behandlung wird in der Regel eine Magnetresonanztomographie (ohne Strahlenbelastung) mit Darstellung der Gefäße und des Gehirns durchgeführt. In Ausnahmen (Herzschrittmacherträger, Hüft- / Knieprothesen) wird eine Computertomographie (mit Röntgenstrahlen) notwendig. Ausführliche Informationen zu dieser und weiteren Untersuchungsmöglichkeiten können Sie mit unseren Ärzten in der Gefäßsprechstunde besprechen.

Wann muss eine Carotisstenose behandelt werden?

Bei geringer Verengung der Halsschlagader sind regelmäßige Ultraschallkontrollen notwendig und ausreichend. Bei ausgeprägter Verengung der Halsschlagader ohne Symptome sollte eine Operation in Betracht gezogen werden. Bei einer Carotisstenose mit bereits aufgetretenen Symptomen (Sehstörungen, Sprachstörungen, Lähmungen (Arme und Beine), plötzliche heftige Kopfschmerzen, Schwindelanfälle) oder einem kompletten Schlaganfall muss eine sofortige stationäre Aufnahme und u.U. zeitnahe Operation erfolgen. Bei einer arteriosklerotischen Carotsisstenose sollte die unterstützende medikamentöse Behandlung (ASS, Statin) dauerhaft durchgeführt werden. Blutdruck, Diabetes und Cholesterin müssen regelmäßig kontrolliert und optimal eingestellt werden.
Welche Behandlungsoptionen gibt es?
Operation – Carotis-Thrombendarteriektomie
Die Operation wird bei uns in Vollnarkose durchgeführt. Bei der Operation wird die Halsschlagader über einen kleinen Schnitt am Hals dargestellt und die Verkalkung ausgeschält. Je nach Befund wird zur Rekonstruktion anschließend eine Patchplastik (Kunststoffflicken) durchgeführt oder das abgetrennte Gefäß direkt wieder angenäht. Während der Operation wird die Gehirndurchblutung mittels eines kleinen Röhrchens im Gefäß (Shunt) aufrechterhalten.

Intervention – Carotis-Stent-Implantation

Die Stent-Angioplastie (Aufdehnung des Gefäßes und Stützung mittels Gittergerüst) der verengten Halsschlagader wird über die Leiste durchgeführt. Dies wird jedoch nur in speziellen Einzelfällen (vornehmlicher Patientenwunsch, anatomische Gründe) und im Rahmen von Studien durchgeführt.
Insgesamt handelt es sich um einen unkomplizierten Eingriff, der Patienten vor einem Schlaganfall mit schwerwiegenden Folgen bewahren kann. Der stationäre Aufenthalt beträgt normalerweise nur wenige Tage.

Wie geht es nach einer Operation weiter?

Nach der Operation und entsprechender Erholungsphase können Sie sich uneingeschränkt belasten. Nachuntersuchungen werden als Ultraschallkontrolle durchgeführt. Die unterstützende, medikamentöse Behandlung sollte dauerhaft weitergeführt werden. Blutdruck, Diabetes und Cholesterin sollten regelmäßig kontrolliert und optimal eingestellt werden.

pAVK (Durchblutungsstörung)

Wie entsteht eine Durchblutungsstörung der Gliedmaßen (pAVK)?
Die pAVK (periphere arterielle Verschlusskrankheit) ist eine verkalkungsbedingte Verengung der Schlagadern an den (Armen) und Beinen, die zu Durchblutungsstörungen führen können. Typischerweise sind die Beine betroffen. Durchblutungsstörungen der Becken- und Beinschlagadern sind in den allermeisten Fällen die Folge einer fortschreitenden Arterienverkalkung (Arteriosklerose). Unser Körper lagert im Laufe des Lebens Fette und Kalk in die Arterienwände ein. Dieser schleichende Prozess führt zu einem allmählichen Verschluss der Blutgefäße. An solchen Verkalkungen können Blutgerinnsel entstehen und plötzlich oder langsam fortschreitend einen vollständigen Gefäßverschluss hervorrufen.
Was sind die Folgen?
Eine Verengung oder ein Verschluss der Schlagadern an den Gliedmaßen kann zu Durchblutungsstörung und eingeschränkter Bewegungsmöglichkeit im Sinne der sogenannten „Schaufensterkrankheit“ und schlimmstenfalls zur Amputation führen.
Welche Beschwerden macht eine pAVK?
Die Erkrankung pAVK wird anhand der Symptomatik und Ausprägung in vier Stadien eingeteilt:
• Stadium I
Es bestehen Gefäßverkalkungen, die jedoch keine Beschwerden machen.
• Stadium II
Die Erkrankung macht sich im Sinne der sogenannten „Schaufensterkrankheit“ (Claudicatio intermittens) bemerkbar. Dabei treten nach einer bestimmten Gehstrecke Muskelschmerzen in Wade, Oberschenkel oder Gesäß auf.
• Stadium III
Es bestehen auch in Ruhe Schmerzen, die klassischerweise im Fuß oder in den Zehen lokalisiert sind.
• Stadium IV
Es besteht ein Defekt an der Haut oder auch tieferen Gewebeschichten. Dies hat eine Entstehung von offenen Stellen am Unterschenkel/Fuß (Ulcus) oder ein Absterben von Fußzehen/Teile des Fußes zur Folge. Diese Bereiche werden erst bläulich/weiß und im weiteren Verlauf werden Teile des Fußes schwarz. Es handelt sich um abgestorbenes Gewebe. Der betroffene Gewebeteil muss in der Regel im Verlauf amputiert werden.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Unser Spektrum zur Behandlung der Durchblutungsstörung (pAVK) umfasst offen-chirurgische und minimalinvasive Verfahren. Konservative Therapien wie Gehtraining, die Einnahme durchblutungsfördernder Medikamente, ein gut eingestellter Blutdruck, etc. werden kombiniert eingesetzt.
Katheterverfahren
Dieses Verfahren hat in den letzten Jahren immer stärkere Bedeutung, da hier bereits mit relativ geringem Aufwand (Eingriff in lokaler Betäubung möglich) eine deutliche Linderung der Beschwerden erreicht und somit eine Operation eventuell aufgeschoben werden kann. Der Katheter wird über einen kleinen Einstich (meistens in der Leiste, wie bei einem Herzkatheter) in die Schlagader eingebracht. Unter Röntgenkontrolle wird die Engstelle aufgedehnt (Angioplastie) oder ein Verschluss wieder durchgängig gemacht. Bei Bedarf wird auch ein Gitterrohr (Stent) zum Offenhalten der Schlagader eingesetzt. Diese Methode ist sehr schonend. Sie erfordert in der Regel nur einen kurzen Krankenhausaufenthalt.
Offen-chirurgisch
In einigen Fällen ist die offen-chirurgische Operation die beste Methode, um die Durchblutung der betroffenen Gliedmaße wiederherzustellen. Die Möglichkeiten reichen von Ausschälen der Gefäßinnenschicht bis hin zu Bypassoperationen, so dass die Durchblutung des Beines verbessert ist.
Kombination von Katheter und chirurgischen Verfahren (Hybridtechnik)
Die Kombination aus Katheterverfahren und Operation ermöglicht oft auch bei komplexeren Gefäßverengungen in unterschiedlichen Körperregionen eine effektive Durchblutungsverbesserung.

Was können Sie als Patient selber tun?

Wenn die arterielle Durchblutungsstörung noch nicht weit fortgeschritten ist, kann regelmäßiges, konsequentes und intensives Gehtraining in Verbindung mit den richtigen Medikamenten eine deutliche Linderung der Beschwerden und eine Verlängerung der Gehstrecke erreichen. Ein spezielles, regelmäßiges Training kann außerdem bewirken, dass sich die kleinen Gefäße, die um das verengte Gefäß herum liegen, erweitern. So kann mehr sauerstoffreiches Blut in die Beinmuskulatur transportiert werden. In jedem Fall sollte eine Durchblutungsstörung der Beine von einem Gefäßspezialisten untersucht werden, um frühzeitig die entsprechende Diagnostik und evtl. Therapie einleiten zu können.

Dialyse-Shunt-Chirurgie
Was ist ein Shunt?

Die Nieren sind in unserem Körper für die Ausscheidung von sauren Stoffwechselprodukten und überschüssigem Wasser zuständig. Wenn sie in ihrer Funktion nachlassen, kommt es zu einer langsamen Vergiftung des Körpers durch diese Abfallprodukte. Sinkt die Nierentätigkeit auf 10-15% herab, ist eine Dialyse (Blutwäsche) erforderlich, um das Blut zu reinigen. Dazu ist ein ständiger Zugang zu den Blutgefäßen nötig. Unter einem Shunt versteht man eine Querverbindung zwischen einer Schlagader (Arterie) und einer Vene. In der Schlagader liegt ein höherer Blutdruck vor als in der Vene. Dieser Druck führt zu einer Aufdehnung der Vene, die Venenwand verdickt sich, so dass diese leicht durchstochen (punktiert) werden kann. Damit ist ein einfacher Zugang für die Dialyse möglich. Meist wird der Shunt an einem Arm angelegt.

Wann wird ein Shunt angelegt?

Für die Blutwäsche (Dialyse) muss dreimal pro Woche eine Kanüle in den Shunt gestochen werden, um das Blut zur Reinigung aus dem Körper zu pumpen. Ein so häufiges Anstechen (Punktieren) verträgt eine normale Vene nicht, sie würde sich entzünden und verkleben. Außerdem fließt nicht genügend Blut durch sie hindurch. Die Schlagadern sind zu schmal zum Punktieren und liegen tief in den Muskeln. Deshalb muss für die Dialyse ein Shunt operativ angelegt werden. Es dauert in der Regel 6 – 8 Wochen bis der Shunt zum ersten Mal für die Dialyse genutzt werden kann. Die Operation sollte deshalb möglichst frühzeitig erfolgen, damit der Shunt zur Verfügung steht, wenn mit der Blutwäsche begonnen werden muss.
Welche Untersuchungen sind vor der Operation notwendig?
In einer klinischen Untersuchung wird der Arzt die Venen an ihren Armen genau abtasten und abhören, zusätzlich wird eine Blutdruckmessung an beiden Armen durchgeführt. Mit Hilfe eines Ultraschallgeräts wird eine Duplexsonographie durchgeführt, um den Verlauf und den Durchmesser der Venen sowie das Flussverhalten des Blutes exakt beurteilen zu können
Wie wird ein Shunt angelegt?
Die Operation erfolgt meist in Lokalanästhesie oder örtlicher Betäubung, seltener in Narkose. Wenn es die Blutgefäße zulassen, wird der Shunt meist am Unterarm angelegt. Es besteht aber auch die Möglichkeit auf die Ellenbeuge, den Oberarm oder den Oberschenkel auszuweichen. Dabei wird über einen kleinen Schnitt die Haut eröffnet, um Schlagader und Vene aufzusuchen. Die Vene wird durchtrennt und auf die Schlagader aufgenäht. Das andere Ende der Vene wird verschlossen. Meist ist diese direkte Verbindung möglich. Jedoch bei ungünstigen Verhältnissen (z.B. sehr dünne Gefäße) werden Vene und Arterie durch eine künstliche Ader (Prothese) oder eine eigene Vene (z. B. aus dem Bein) verbunden.

Wie geht es nach der Operation weiter?

Im Laufe von Wochen kommt es zur Ausprägung („Reifung“) des Shuntes. Diese sogenannte Reifung kann wesentlich durch tägliches „Shunttraining“ (z.B. Handübungen mit Ball oder Gummiring) beschleunigt werden. Eine erste Punktion kann letztendlich nach ca. 6 Wochen erfolgen. Falls Kunststoff eingesetzt wurde, kann dieser nach abgeschlossener Wundheilung punktiert werden. Die weiteren Kontrollen übernehmen unsere Kollegen der Nephrologie (Dialysearzt).