Evangelisches Krankenhaus Duisburg-Nord

Sehschule

  • (aus dem griechischen: „orthos"= gerade und „opsis" = sehen)

In der Sehschule befasst sich unser zweiköpfiges Team mit der Verhütung (Prävention), Erkennung (Diagnose) und Behandlung (Therapie) von Augenbewegungsstörungen wie z.B. Schielen (Strabismus) im Kindes– und Erwachsenenalter, Augenzittern (Nystagmus) und Schwachsichtigkeiten (Amblyopie).

Das Sehen wird in den ersten Lebensjahren erlernt, entscheidend zwischen dem 3. Lebensmonat und dem 4-6.  Lebensjahr , wobei sich nicht nur die Sehschärfe jedes einzelnen Auges entwickelt, sondern auch das Zusammenspiel beider Augen als Voraussetzung für das räumliche Sehen. Hier gibt es Störfaktoren wie z.B. Fehlsichtigkeiten, offensichtliches oder „verstecktes“ Schielen, sowie organische Veränderungen (angeborene Cataract, kindliches Glaukom oder Netzhauterkrankungen).

Alarmzeichen bereits im frühen Kindesalter sind auffällige Schielstellung eines oder beider Augen, unruhiges Fixieren oder Nystagmus, eine Kopfschiefhaltung, Zukneifen der Augen, häufiges Anstoßen oder Vorbeigreifen, sowie Gegenstände sehr nah ans Auge ran führen.

Je früher die Diagnostik erfolgt, desto wirkungsvoller und erfolgreicher kann die Behandlung durchgeführt werden!

... mehr zu Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

sehtestIn den meisten Fällen geht eine (frühkindliche) Augenerkrankung mit einer Fehlsichtigkeit einher und eine Brillenanpassung (bereits ab dem 1.Lebensjahr) folgt. Das Auge befindet sich wie der gesamte Körper noch im Wachstum und somit in einer fortwährenden Entwicklung, die regelmäßige augenärztliche und orthoptische Untersuchungen nach sich zieht.

Bei einer Schwachsichtigkeit (Amblyopie) eines Auges ist das kontollierte Zukleben des gesunden (Okklusionstherapie), um das schlechtere Auge zu trainieren die Behandlung der Wahl . Wird eine Amblyopie im Kindesalter nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, bleibt sie ein Leben lang bestehen und führt zu Einschränkungen des beidäugigen („3-D“ oder Stereo-) Sehens und häufig auch zu einer Einengung in der Berufswahl.

Während im Kindesalter beim Schielen durch ein noch sehr anpassungsfähiges Gehirn das störende Bild des abweichenden Auges unterdrückt werden kann,  nimmt ein jugendlicher oder erwachsener Patient bei neu auftretenden oder dekompensierenden Schielerkrankungen in den meisten Fällen Doppelbilder wahr, welche konservativ durch die Anpassung von speziellen Prismenfolien oder später auch durch Brillengläsern ausgeglichen werden können.
Bei einem sehr großen Schielwinkel folgt in der Regel eine Beseitigung der Fehlstellung durch eine zumeist ambulante Operation der äußeren Augenmuskeln, welche relativ risikoarm ist. Bei Kindern operieren wir häufig im Vorschulalter unter den Voraussetzungen, dass die Brille regelmäßig getragen wird, die Amblyopie weitgehend therapiert ist und die Kooperation während der Untersuchung ausreicht.

Schielen (medizinisch Strabismus) ist eine Erkrankung, die gravierende Folgen nach sich ziehen kann und KEIN Schönheitsfehler. Es sind ca. 5 – 7 % der Bevölkerung  Mitteleuropas in den verschiedensten Formen betroffen. Zu den frühkindlichen Schielerkrankungen können sich häufig im Jugend- und Erwachsenenalter  belastungsabhängige (durch Beschwerden wie Kopfschmerzen, Konzentrationsprobleme, angestrengtes Sehen, Leseunlust, Verschwommensehen bis hin zur Doppelbildwahrnhemung=Diplopie und Fehleinschätzungen bei Entfernung, )dekompensierende also „aus dem Ruder geratene“, latente Schielformen äußern., welche wir sowohl konservativ als auch operativ behandeln. Ein weitere Bereich der Orthoptik sind Patienten mit neurologischen oder internistischen Grunderkrankungen wie z.B.,pötzliche Augenmusellähmungen mit Diplopie  nach Schlaganfall oder Gehirnoperationen, bei okulärer Myasthenie, Multipler Sklerose, nach Traumata oder auch bei Diabetis mellitus und Durchblutungsstörungen.